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American Football in Bayern – Theorie und Praxis

Regensburg – ein kalter grauer Samstag Morgen bricht über dem Uniklinikum Regensburg an. Der Campus menschenleer. Nur im Hörsaal A2 herrscht emsiges Treiben. Tische werden geschleppt, Banner angebracht, Notebooks aufgestellt und alle technischen Geräte überprüft.
Die Vorbereitungen zur fünften Bayerischen Coaches Convention sind nahezu abgeschlossen, als die ersten Teilnehmer eintreffen. Die zweitägige Mitarbeiterbildungsmaßnahme des American Football Verbands Bayern (AFVBy) kann beginnen.

Am vor vergangenen Samstag war es Martin Hanselmann, Präsident des AFVBy, der die Teilnehmer der fünften Bayerischen Coaches Convention pünktlich begrüßte.
Erfreut nahm er zur Kenntnis, dass nicht nur Trainer aus dem bayerischen sondern auch einige aus anderen Landesverbänden den Weg in den Hörsaal gefunden haben. Insgesamt drückten 85 Trainer zwei Tage lang die Unibänke und lauschten den hochkarätigen Referenten.
Den Anfang am Rednerpult machte Peter Springwald, seines Zeichens Vizepräsident des AFVD und Leistungssportdirektor der Jugendnationalmannschaft, speziell diese Funktion erläuterte er den Teilnehmern kurz. Im folgenden zeigte er auf, welche konkreten Maßnahmen man aus diesem Programm in den Aufbau eines erfolgreichen Jugendteams implementieren kann. Den Platz vor der Tafel nahm im Anschluss Ulz Däuber, Assistent Coach der University of Wisconsin Plateville ein. Der ehemalige Schwäbisch Haller erläuterte, welche Maßnahmen und konkreten Methoden aus dem College Football in den Deutschen Amateurfootball übertragbar sind. Sehr anschaulich und mit Einsatz mutlimedialer Mittel gestaltete der Wahlamerikaner seinen Vortrag und ging umgehend auf die Wünsche des Auditoriums ein.

Nach einer kurzen Stärkung, die von den Regensburg Phoenix zubereitet wurde, übernahm Roland Ertl das Mikrofon. Der Offense Coordinator der Plattling Black Hawks präsentierte dem fachkundigen Publikum sein „Most successful Play“.
„How to Coach?“ dieser Frage ging Steffen Breuer auf den Grund. Nicht nur als Headcoach der Bayerischen Jugendauswahl, vielmehr durch seine langjährige Erfahrung im Coaching bei den Düsseldorf Panthern und der Deutschen Herren Nationalmannschaft, weiß er wie man mit Jugendlichen und Jungen Erwachsenen umgehen muss. An anschaulichen Fallbeispielen erläuterte er seine didaktischen Methoden.
Als ein weiteres Highlight kann man den Vortrag des britischen Nationaltrainers Riq Ayub nennen. Coach Ayub gilt als der erfolgreichste Trainer Europas. Seine Bilanz umfasst insgesamt 11 nationale Meisterschaften und etliche europäische Titel. Seine emotionale Weise die Zuhörer zu begeistern gaben einen Einblick in seine erfolgreiche Arbeit mit jungen Sportlern.
An dieser Stelle sollte eigentlich Matthias Engisch zum Einsatz kommen. Der O-Line Coach und Offense Coordinator der Braunschweig Lions musste jedoch aus gesundheitlichen Gründen fern bleiben.

Während die Trainer Ihr Sitzfleisch trainierten, mussten die angereisten Spieler im Praxisteil in einer nahegelegenen Sporthalle alles geben.
Im ersten Abschnitt wurden die jungen Athleten auf Ihre motorischen Fertigkeiten geprüft. Unter der Leitung von Marcus Schuster (RB und RB-Coach der Munich Cowboys und der Deutschen Jugendnationalmannschaft) wurden verschiedenste Agillity Drills erläutert, gezeigt und durchgeführt. Wobei jeder Spieler sofort ein Feedback eines der sieben Trainer der Bayerischen Jugendauswahl erhielt. Diese große Trainerdichte sicherte die Möglichkeit einer immensen Verbesserung jedes einzelnen Teilnehmers.
Eine Mittagspause unterbrach diesen schweißtreibenden Abschnitt. Doch sollte es im Anschluss nicht weniger rasant zur Sache gehen.
Damit jeder Athlet seine individuellen Positionsfähigkeiten verbessern konnte, wurde er vom zuständigen Positionscoach geschult. Eine Besonderheit dieser Einheit, jeder Spieler musste jede Positions durchlaufen – Ziel des Ganzen war es das Verständnis für den Gesamtkomplex American Football zuschaffen.

„Total platt, aber sehr zufrieden.“ so schilderte ein junger Athlet seine Eindrücke des Praxisteils. Sehr zufrieden waren auch die Coaches. Steffen Breuer, Headcoach der Bayerischen Jugendauswahl unterstrich dies mit den Worten, „ich habe die Einheiten als sehr intensiv und lehrreich erlebt. Einige Spieler werden mir auch für die Jugendauswahl im Gedächtnis bleiben.“

Im modernen American Football ist eine intensive medizinische Betreuung nicht mehr wegzudenken. Auch dieser Bereich wurde während der Coaches Convention abgedeckt. Unter der Leitung von Dr. Dr. Gharvi, quälten sich 36 Hände und Füße mit den Eigenheiten des Tapes und des Tapens.
Der Profi zeigte wie es geht und die Teilnehmer durften dann im Selbstversuch Ihr theoretisch Erlerntes, unter den wachsamen Augen von Dr. Dr. Gharavi anbringen. „Sehr spannend“ und jetzt ist „üben, üben, üben und nochmals üben angesagt“ lautete das einhellige Feedback der teilnehmenden Damen und Herren.

Nach dem die Nacht über Regensburg herein gebrochen war, wurde im Hotel St. Georg der gemütliche Teil des Tages eingeläutet.
In diesem Rahmen wurden dann auch die Ehrungen für das Jahr 2008 vorgenommen. Verbandspräsident Martin Hanselmann freute sich sehr, Phillip Kimmelmann (Franken Knights) als Coach des Jahres im Bereich Flag, Michael Dohmann (Furst Razorbacks) als Coach des Jahres im Bereich Jugend, Jason Olive (Plattling Black Hawks) als Coach des Jahres im Bereich Herren und Marcus Dax als Schiedsrichter des Jahres auszuzeichnen.
(Bilder der Preisträger, hier…)

Frisch, fromm, fröhlich, frei ging es am Sonntag morgen mit Marcus Schuster weiter. Der ehemalige Nationalmannschafts – Spieler erklärte anschaulich die Besonderheiten des Zone-Plays und ging dann auch auf verschiedene Trainingsmethoden im Bereich des Athletiktrainings ein.
Shuan Fatah fesselte die Teilnehmer mit seinen Ausführungen der Tampa 2 Verteidigung. Als erfahrener GFL-Trainer und langjähriger Trainer der NFL-Europa konnte der Berliner die bayerischen Coaches mit ausgezeichneter Fachkenntnis begeistern. Auch sein späterer Vortrag über das Punt –Team zeugte von hoher Qualität.
Coach Marcus George von der Highschool in Ansbach machte den Schlußredner. Der erfoglreiche High-Scholl Trainer überzeugte mit seinem unglaublich engagierten Vortrag über das einführen eines einfachen Angriffs- und Verteidigungssystem im europäischen High-School Football.

Natürlich ist der AFVBy sehr an der Qualität dieser Maßnahme interessiert. Ein Mittel zu Evaluierung war der Feedbackbogen, den eine Vielzahl von Teilnehmern, dankenswerterweise ausgefüllt haben.
„Der Feed-Back Bogen ist ein sehr wichtiges Instrument um unsere Convention sukzessive zu verbessern. So wissen wir, was die Teilnehmer wollen und versuchen es bestmöglich um zusetzten“ so Kerstin Schindler, Verantwortliche für die Organisation der CC.

Am späten Sonntagabend schloss sich die Türe des Hörsaal A2, die fünfte Bayerische Coaches Convention war zu Ende. Mit vielen neuen Ideen und Verbesserungen machten sich die Verantwortlichen des AFVBy auf den Weg zur sechsten Bayerischen Coaches Convention im Jahr.

Jochen Clausecker
Referent für Öffentlichkeitsarbeit
des AFVBy

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