Ganz und gar nicht feierlich geht es für die Phantoms am Samstag zu. Während sich das Zweitligateam dem Aufsteiger Kaiserslautern Pikes vor zu erwartender großer Kulisse in der Pfalz stellen muss, steht der Bundesliag-Nachwuchs vor einer scheinbar unlösbaren Aufgabe in Form der Berlin Adler. Diese laden als beste Mannschaft der regulären Saison die jungen Phantome zum Viertelfinale der diesjährigen Spielzeit in der Junioren-Bundesliga.
Nach der überraschenden Niederlage der Franken Knights gegen die Rhein-Neckar-Bandits vor einer Woche, stehen die Phantoms beim Gastspiel in Kaiserslautern unter Zugzwang. Mit einem Sieg bei den Pikes würde man als alleiniges noch ungeschlagenes Team der Liga an der Tabellenspitze stehen. Dass die Aufgabe gegen die Gastgeber jedoch kein Zuckerschlecken werden wird, bewiesen die Pfälzer beim Hinspiel in Wiesbaden. „Nur“ 7:0 zur Pause in Führung liegend, war ein Kraftaufwand im dritten Spielviertel nötig, um den 27:6 Sieg gegen den Aufsteiger unter Dach und Fach zu bringen.
Am Samstag um 15.30 Uhr wartet im Schulzentrum Süd in Kaiserslautern aber nicht nur ein kampffreudiges Team auf die Phantoms, sondern auch eine für Zweitliga-Verhältnisse ungewöhnlich große Zuschauerzahl. Mitunter bis zu 1.200 Zuschauer verfolgen die Heimspiele der Pikes, es geht also auch gegen eine lautstarke Kulisse. Da ist es gut, dass Michael Treber erstmals in dieser Saison auf seine offensive Bestbesetzung zurückgreifen kann: Seydou Jalloh hat seine im ersten Spiel gegen Montabaur erlittene Verletzung auskuriert und wird ebenso wieder zu Verfügung stehen, wie auch der bisher beruflich verhinderte Joel Buskirk, der am Samstag seine Premiere in dieser Saison bestreiten wird. Das Lauf-Quartett Matz/Perrier/Jalloh/Buskirk wird also erstmals gemeinsam auf dem Feld stehen und soll mit Unterstützung der bisher überzeugenden Defense und einem ebenso soliden Passangriff für den vierten Sieg im vierten Saisonspiel sorgen.
Ein harter Brocken und eine scheinbare unlösbare Aufgabe wartet indes auf die Phantoms Juniors in Berlin bei den Adlern. Diese ließen, was die offensive Punkteausbeute und die zugelassenen Gegenpunkte angeht, sogar die Düsseldorf Panther hinter sich und laden nun zum Playoff-Viertelfinale ins heimische Stade Napoleon. Fünf Spiele marschierten die Adler durch die Saison in ihrer Gruppe Nord, ohne einen einzigen Touchdown zuzulassen. Den gabs dann im letzten regulären Saisonspiel gegen die Lokalrivalen Berlin Rebels. 61:7 lautete das dadurch aber nicht minder beeindruckende Ergebnis. „Wir wissen, dass mit den Adlern eine sehr starke Mannschaft auf uns wartet. Allerdings haben wir den Vorteil, dass wir in allen Saisonspielen bisher hart kämpfen mussten, während die Adler fast im Spaziergang durch ihre Gruppenspiele wanderten. Das ist vielleicht unsere große Chance in diesem Spiel. Als krasser Außenseiter den hohen Favoriten ärgern und Unkonzentriertheiten forcieren. Dann haben wir vielleicht die Chance, das Spiel über einen längeren Zeitraum offen zu halten“, sieht Martin Ewen die Chance für seine Phantoms. Im vergangenen Jahr mussten die Jungen Phantoms zum amtierenden und später erneuten Deutschen Vizemeister Stuttgart Scorpions im Viertelfinale und unterlagen 14:30. In diesem Jahr will es der seltsame Playoff-Schlüssel der Junioren-Bundesliga, dass man zum besten Team der Saison reisen muss. „Wir hätten uns natürlich gerne einen von der Papierform her leichteren Gegner gewünscht, werden den Adlern aber einen großen und motivierten Kampf liefern. Das ist sicher“, so der Cheftrainer der jungen Phantoms, der mit mehr als 40 Spielern in der Nacht zum Samstag nach Berlin reisen wird. Kick Off zum Viertelfinale wird dann am Samstag um 15.00 Uhr sein.
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