Berlin Adler

Ein Punkt zu wenig für die Monarchs

Die Dresden Monarchs kassieren ihre vierte Niederlage in der GFL Sasion 2009. Vor knapp 2000 Fans im Dresdner Heinz-Steyer-Stadion verloren die Sachsen denkbar knapp gegen die Berlin Adler mit 16:17 (3:0/7:10/6:0/0:7).

Kicker sind beim Football selten zu beneiden. Üblicherweise stehen sie das Spiel über an der Seitenlinie und versuchen sich „warm“ zu halten für den einen Moment, bei dem sie eingreifen können. Wenn sie ein Fieldgoal verwandeln denken viele beim Klatschen: schön, daß er drin ist, aber 6 Punkte wären mir lieber gewesen. Wenn sie zum Extrapunkt schreiten, geht der oft im Jubel über den gerade gesehenen Touchdown unter. Und doch ist das was sie tun so unglaublich wichtig! Und um es gleich vorweg zu nehmen: Dresdens Kicker Robert Sommer ist ganz sicher nicht Schuld an der knappen Niederlage!

Doch der Reihe nach: Genau der Robert Sommer war es, der die Dresden Monarchs an diesem Nachmittag zum ersten Mal in Führung brachte. Die Monarchs begannen stark, marschierten konsequent und effektiv übers Feld. QB Kyle Israel verteilte meisst kurze Pässe an seine Receiver und ließ ab und an Michael Andrew von der Leine. Der Lohn: ein 30 Yard Field Goal von Sommer (3:0). Der ungeschlagene Tabellenführer aus Berlin war entweder beeindruckt oder noch nicht ganz wach. Egal wie, für Berlin hieß es zunächst 3 and out! Und Dresden marschierte weiter. Israel agierte weiter umsichtig, seine so oft kritisierte O-Line half ihm dabei auffallend gut. Zu Beginn des zweiten Viertels gabs den ersten Touchdown: Pass über 14 Yard auf Sebastian Krech (PAT Sommer 10:0). Das war genug für die Adler. Mitte des zweiten Viertels reichte es ihnen und sie legten mehr als einen Gang zu. Vor allem der starke, selten von Dresden zu kontrollierende Lauf über Olliver Schmeling beeindruckte. Der machte wenig Federlesen, lief oft einfach durch plötzlich beängstigend große Lücken in der Mitte und konnte in den meisten Fällen erst vom Dresdner Defense-Backfield am weiter rennen gehindert werden. Folgerichtig der Ausgleich noch vor der Pause. Zunächst der Anschluss durch ein 39 Yard Fieldgoal von Benjamin Scharweit. Wenig später standen die Adler einen Schritt vor der Monarchs Goal-Line. Es folgte ein erbitterter Kampf um diesen letzten Schritt über mehrere Versuche. Adler Quarterback Johnathan Grant übernahm die Aufgabe schließlich selbst und lief zum Touchdown (PAT Scharweit 10:10).

Im dritten Viertel kippte die Partie dann immer wieder hin und her. Berlin kam mit seiner Offense als Erster auf den Platz. Und wieder hatte Dresden mit Oliver Schmeling seine Not. Doch als Grant dann doch mal einen Pass versuchte ging der promt daneben: Paul Krems griff zu und trug den Ball bis weit in die Adler-Hälfte zurück. Für Grant war das Spiel danach gelaufen: eine Verletzung am Daumen der Wurfhand machte ein Weiterspielen unmöglich. Besser lief es für Dresden: die Monarchs nutzten die Gelegenheit und zogen auf 16:10 davon. Der wie immer auffällig spielende Talib Wise fing den nächsten Touchdown Pass von Israel. Dann kam Robert Sommer um noch einen per Kick drauf zu legen: doch der Ball flog am Tor vorbei. Das genau dieser eine Punkt am Ende fehlen würde, konnte zu diesem Zeitpunkt niemand ahnen.

Die knapp 2000 Fans im Heinzfield, unter ihnen etliche aus Berlin, hatten zu diesem Zeitpunkt einfach Spaß an einem packenden, unglaublich spannenden Football Match. Zwei Teams auf Augenhöhe lieferten sich einen fairen Kampf. Viele sehenswerte Einzelaktionen auf beiden Seiten sorgten für Highlights. Vor allem die jeweiligen Defense-Reihen drehten jetzt langsam auf. Mehrmals wechselte das Angriffsrecht vorzeitig, weil Pässe abgefangen wurden oder Bälle frei über den Rasen hoppelten. Ein solcher Ballverlust von Dresdens QB Israel brachte Berlin dann auf die Siegerstraße. Noch tief in der eigenen Hälfte spielend, lief Israel zunächst zu einem Firstdown, dann rutschte ihm der Ball allerdings aus der Hand. Berlin bedankte sich. Oliver Schmeling krönte gleich im Anschluss seine Top-Leistung mit einem 30 Yard Touchdown-Lauf. Und Benjamin Scharweit sorgte mit dem PAT für den einen Punkt mehr auf dem Scoreboard (16:17).

Dresden versuchte in den letzten Minuten nochmal das Spiel zu drehen, doch das gelang nicht. Den letzten Pass fing Talib Wise – ein Yard vor der First Down Markierung. Berlin „lief“ das Spiel und die Uhr herunter und freute sich über den knappen Sieg.

Entsprechend enttäuscht waren die Monarchs. Sie hatten den ungeschlagenen Tabellenführer mehr als nur am Rande einer Niederlage. Das gesamte Team hatte an diesem Nachmittag gekämpft und gezeigt, daß der letzte Tabellenplatz nicht wirklich das tatsächliche Potential wiedergibt. Dennoch ist das Saison-Ziel Playoffs bei nur einem Sieg und vier Niederlagen in weite Ferne gerückt. In zwei Wochen beginnt für die Monarchs die zweite Saisonhälfte. Dort warten weitere fünf Spiele gegen Essen, Braunschweig und Weinheim. Leichter wird es jedenfalls nicht.

3 Comments

3 Comments

  1. Pingback: AmFiD.DE

  2. Pingback: AmFiD.DE

  3. Pingback: Ergebnisse vom Wochenende 20./21. Juni | AmFiD.DE - American Football in Deutschland - Football im Internet seit 1996

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

GFL TV und GFL Radio sind Produkte der German Football Fernsehen Produktions- und Vertriebsgenossenschaft e. G.

GFL-TV und GFL Radio wird produziert von AmFiD.DE, Nordwich, Renner & Martin GbR

Unsere Partner:


Copyright © 1996-2016 AmFiD Football Network - Nordwich, Renner & Martin GbR

To Top