AFVD

Deutschland in der Weltspitze

Die deutsche Junioren-Nationalmannschaft hat nach ihrem fünften Platz bei den ersten Junioren-Weltmeisterschaften JWC 2009 in Canton noch gemeinsam das Finale zwischen USA und Kanada besucht, ehe sie am Montag nach dem Turnier ihre Zelte in den USA abbrach. Einige wehmütige Blicke richteten sich aus dem Bus zurück auf das Gelände der Walsh University, wo die Mannschaft während des Turniers untergebracht war, sich im besonderen Maße der Gastfreundschaft der US-amerikanischen Gastgeber erfreuen durfte und auch so manche neue Freundschaft zu den gleichaltrigen Sportlern aus aller Welt geknüpft hat.

Vor dem Abflug hat AFVD-Präsident Robert Huber in einem Schreiben an Funktionsträger in Bundes- und Landesverbänden das Auftreten der besten Juniorenspieler Deutschlands in den USA gewürdigt und dabei nicht nur die sportlichen Belange im Blick gehabt: „Von unseren amerikanischen Gastgebern haben wir sehr viel Anerkennung für unseren mannschaftlich geschlossenen, sehr disziplinierten Auftritt erfahren. Somit hat unsere Junioren-Nationalmannschaft unseren Verband, aber auch unser Land würdig vertreten und sich als Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland erwiesen.“

Sportlich hat das Team sein Hauptziel erreicht. „Wir haben mit dem fünften Platz als bestes europäisches Team abgeschlossen,“ zieht Huber eine positive Bilanz. Mit nur 17 Zählern kassierte die deutsche Verteidigung – nur abgesehen vom souveränen Turniergewinner USA – die mit Abstand wenigsten Gegenpunkte in ihren drei Spielen, wobei der Touchdown der Neuseeländer zum Abschluss des zweiten Spieles zum Teil auch ein „Gastgeschenk“ an die aufopferungsvoll kämpfenden Footballer vom anderen Ende der Welt war. Einer, der das deutsche Team den Zuschauern in Canton nur umso sympathischer machte, weil die Mannschaft eben gegen die „All Blacks“ nicht mit „Vollgas“ spielte.

Dokumentiert wird der starke Eindruck, den die deutsche Verteidigung hinterließ, auch mit der Berufung von gleich vier Spielern in das All-Star-Team des Turniers. Neben Lukas Müller und Björn Werner aus der Defensive Line sowie Linebacker Alexander Borgs und Defensive Back Mark Nzecho wurde zudem Returner Niko Lester als fünfter Deutscher in das All-Star-Team nominiert, das ansonsten aus 14 US-Amerikanern und nur drei Kanadiern und zwei Japanern besteht. Drei weitere deutsche Spieler – Running Back Randall Payne, Tight End Loan Temming und Offensive Lineman Alexander Oderberger – fanden Aufnahme in den „second string“ des Auswahlteams.

Dies alles und auch die Resultate der Spiele, bei denen von den Viertelfinalverlierern einzig und allein das AFVD-Team seinem Bezwinger Paroli bieten konnte beziehungsweise lange sogar wie der Sieger aussah, lässt auch den Präsidenten des AFV Deutschland ein bisschen mit einem weinenden Auge auf das Turnier zurückblicken: Angesichts der Ergebnisse Deutschland-Japan 7:10, Japan-Kanada 35:38, Japan-Mexiko 42:27 kann man sogar, ohne zu übertreiben, sagen, dass unsere Mannschaft besser war, als es der fünfte Platz in der Endabrechnung aussagt.“ Die USA als unangefochtener Turniersieger seien „erwartungsgemäß auf Jahrzehnte hinaus enteilt“. Aber man dürfe guten Gewissens behaupten, „dass wir mit Japan, Kanada und Mexiko in einer Liga spielen. Für kommende Weltmeisterschaften stimmt dies sehr hoffnungsvoll, und für uns alle ist dies ein Beweis, dass die Jugendarbeit in den Vereinen und Landesverbänden, der Nachwuchsleistungssport in Deutschland und die Organisationsfähigkeiten unseres Verbandes sich auf Weltniveau bewegen.“

Bei der ersten Junioren-Weltmeisterschaft war mangels offizieller Resultate bisheriger Turniere eine „Setzliste“ aufgestellt worden, in der auf Basis der Eindrücke des einst von der NFL in der Super-Bowl-Woche veranstalteten Einladungsturniers um die Global Junior Championship versucht worden war, eine Rangordnung der Teams abzuschätzen. Zugleich sollte natürlich vermieden werden, dass europäische Teams gleich im Viertelfinale aufeinandertreffen. Dennoch deutet sich im Nachhinein an, dass das Turnier ein kleines bisschen an Spannung hätte gewinnen können, wenn zum Beispiel die Reihenfolge der Medaillengewinner der letzten Herren-WM 2007 (USA, Japan, Deutschland) berücksichtigt worden wäre und das für die Herren-WM nicht qualifizierte Mexiko in Canton statt auf Rang drei vor Japan und Deutschland auf Rang fünf gesetzt gewesen wäre. Vielleicht hätte Deutschland anders als die Schweden dann als Europameister dafür sorgen können, dass Europa auch im Halbfinale noch vertreten gewesen wäre.

Doch nun gilt es natürlich, den Blick nach vorn zu richten und nicht vergebenen Chancen nachzutrauern, sondern neue Perspektiven zu erarbeiten. Huber: „Natürlich dürfen wir uns jetzt nicht selbstgefällig zurücklegen und in unseren Anstrengungen, besser zu werden, nachlassen. Für einen kleinen Moment können wir alle mit dem, was wir gemeinsam – Vereine, Landesverbände, Bundesverband, Spieler, Trainer, Betreuer, Offizielle – erreicht haben, zufrieden sein.“ Dann aber heiße es, „mit Vollgas für die Junioren-EM 2011 zu planen.“

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