Franken Knights

Dramatisches Ende aller Träume für die Phantoms

Quarterback-Sack gegen Joshua Kittel, Raumverlust für die Franken Knights, die Zeit läuft. Weniger als eine Minute auf der Uhr, durch einen absichtlich unvollständigen Pass halten die Gastgeber vor 650 atemlosen Zuschauern die Uhr an, verlieren einen wichtigen Spielzug. Nun der steht der vierte und möglicherweise letzte Versuch bei noch 14 zu überbrückenden Yards bevor. 41 Yards vor der Endzone der Phantoms, die bis dahin mit einer überragenden Defense-Vorstellung den offensivstarken Gastgebern den Schneid abgekauft hatten, lediglich den Touchdown von Kasey Morgan zuließen. Lohn dieser Mühen: Die Phantoms führen in einem hochklassigen Spiel zweier gleichwertiger Mannschaften mit 10:7, mehr als nur ein Bein in der Tür zur Meisterschaft.

Die Rothenburger setzen alles auf eine Karte, und mit ihrer letzten Chance auf eine Wende in diesem Drama machen sie die bis dahin gute Vorstellung der Phantoms-Defense vergessen. Oliver Rohn bringt in der hinteren Ecke der Phantoms-Endzone den Ball unter Kontrolle. Glück, Geschick und Können sichern den Gastgebern in diesen wenigen Sekunden mit einem tiefen Pass den Sieg. Unfassbar, welches Spiel das Schicksal in diesem Augenblick mit den beiden Mannschaften spielte. Nach dem erfolgreichen Extrapunkt führten die Knights mit 14:10 und lassen den Phantoms nicht mal mehr eine halbe Minute auf der Uhr. Die letzte Chance der Phantoms schwindet aber mit einem abgefangenen Pass von Knights-Allrounder Kasey Morgan.

Überkochende Emotionen übernehmen dann leider die Regie und münden in tumultartigen Szenen auf dem Spielfeld. Trauriger Höhepunkt der unschönen Szenen, die sicherlich noch ein Nachspiel haben werden, ist die Verletzung eines Knights-Akteurs, der mit einer Gehirnerschütterung vom Feld transportiert werden muss. Während von offizieller Seite nun die Aufarbeitung dieses hässlichen Endes Feldverweisen für beide Mannschaften erfolgen wird, müssen die Akteure und Coaches der Phantoms diesen Schock in den nächsten Tagen verdauen lernen. Wieder einmal. Denn nicht zum ersten Mal stehen sie am Ende eines solchen Spiels mit leeren Händen da. Der Traum von der Meisterschaft ist faktisch ausgeträumt. Denn rein rechnerisch müssten die Knights ihre beiden noch verbleibenden Spiele gegen Darmstadt und Kaiserslautern verlieren, um die im direkten Vergleich unterlegen Phantoms noch an sich vorbeiziehen zu lassen. Sportlich eher unwahrscheinlich, es würde an ein Wunder grenzen. Ein Wunder, das sich wieder einmal in den entscheidenden Sekunden eines Spiels auf die Seite des sportlichen Gegners geschlagen hat.

„Keine Frage, es war ein perfekt ausgeführter Spielzug, der uns das Genick gebrochen hat. All das Gute, was wir vorher geleistet hatten, wird in einem solchen Moment zunichte gemacht. Das waren leider wieder bittere Sekunden für uns alle. Es wird schwer sein, aus diesem Loch wieder herauszufinden“, war Michael Treber nach dem Ende dieses Dramas sichtlich niedergeschlagen.

Dabei begann es gut für seine Mannschaft. 3:0 führten die Phantoms zunächst durch ein Field Goal von Tobi Kreuzer, bevor die angriffslustigen Knights im zweiten Spielviertel in Führung gingen. Eine nicht unverdiente Pausenführung im Spiel zweier Mannschaften auf Augenhöhe. Getragen von einer überragenden Leistung der Running Backs marschierten die Phantoms dann im dritten Spielabschnitt über 14 Spielzüge in Richtung Knights-Endzone, bevor Kelly Perrier aus zwei Yards die Führung für sein Team erlief. Eine knappe Führung, die bis zu diesen letzten Sekunden Bestand hatte. Auch, weil sich beide Teams weiterhin nichts schenkten, defensiv großartige Leistungen zeigten. Ein Top-Spiel, das sämtliche gestellten Erwartungen übertraf. Eben weil es auf beiden Seiten des Balles attraktiven Sport bot, der am Ende leider unter den Tumulten zu leiden hatte.

Zu leiden haben die Phantoms nun zunächst auch aus rein sportlicher Sicht. Drei Spiele stehen noch vor der Tür, auf die man sich irgendwie wieder konzentrieren und vorbereiten muss. Es wird schwer. Soviel steht fest. Den Schock verarbeiten und wieder aufstehen, so lautet die Theorie. In der Praxis wird sich weisen, ob und wie dies gelingen kann.

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