Franken Knights

Franken Knights mit großem Schritt Richtung Meisterschaft

Das Spiel der Franken Knights gegen die Wiesbaden Phantoms ist schon seit gut 20 Minuten beendet, als Frankens Spieler Jochen Holzinger #53 mit einer möglicherweise schweren Verletzung in einen Rettungswagen geschoben wird. Resultiert war die Verletzung unmittelbar nach Spielende, in dem Holzinger offenbar nach Abpfiff von hinten mit einem Schlag in Nacken getroffen wurde.

Unschöne und unsportliche Szenen, die ein zuvor hochklassiges, spektakuläres und unsagbar spannendes Spiel enttäuschend enden ließen. Am Ende wurden zwei Spieler der Wiesbaden Phantoms wegen unsportlichem Verhalten vom Platz gestellt und werden Ihrem Team für mindestens ein Spiel fehlen.

Doch von vorne: Schon die Ausgangssituation vor dem Spiel ließ vermuten, dass sich im mittelfränkischen Rothenburg ein spannendes Match zwischen den Franken Knights und den Wiesbaden Phantoms entwickeln würde. Beide Teams hielten Punktgleich und nur durch das hauchdünne 10:9 aus dem Hinspiel getrennt die Tabellenspitze in der GFL2. Der Gewinner dieses Spiels würde nach dem Spieltag zwar nicht uneinholbar, aber mit moderatem Vorsprung die Tabellenführung übernehmen.

Was sich dann in 48 Minuten auf dem Spielfeld abtat, hätte so aber sicher niemand erwartet und war nichts für schwache Nerven, denn kein Hollywood Drehbuch-Autor hätte dieses Spiel besser inszenieren können.

Beide Teams gingen von Beginn an hoch konzentriert in das Spitzenspiel und zeigten tolle Aktionen sowohl in der Defense, als auch in der Offense. Letztere hatte im ersten Quarter am Ende der Drives allerdings stets das nachsehen und so wurden die Seiten das erste Mal bei punktlosem Spielstand gewechselt.

Nach wenigen Spielzügen im 2. Quarter waren es dann die Wiesbaden Phantoms, die durch ein 32 Yard Field Goal von Tobias Kreuzer #41 mit 3:0 in Führung gingen. Die Gäste aus der hessischen Landeshauptstadt hatten zu diesem Zeitpunkt subjektiv etwas mehr vom Spiel sodass die Führung durchaus in Ordnung ging.

Die Franken Knights stellten sich danach besser auf den Gegner ein und gewannen besonders Defensiv etwas Übergewicht. Daraus resultierte, dass auch die Offense in besseren Feldpositionen in Ballbesitz kam und ihrerseits schöne Aktionen zeigen konnte. Nach einem verschossenen 42 Yard Field Goal Mitte des Quarter, war es kurz vor der Pause ein Pass von Joshua Kittel #15, der in der Endzone in Kasey Morgan #21 einen Abnehmer zum Touchdown fand. Und auch nun konnte man wieder sagen, dass die 7:3 Pausenführung der Knights Leistungsgerecht in Ordnung ging.

Ein Spielviertel gehörte den Phantoms, eins den Knights, so ging es weiter. Das dritte Quarter hatten wieder die Phantoms im Griff. Kelly Perrier #20 beendete erfolgreich einen 14 Spielzüge währenden Drive mit einem 2 Yard Lauf über die rechte Seite zum Touchdown und damit zum erneuten Führungswechsel. 7:10.

Das Spiel wurde immer besser und mit jeder abgelaufenen Sekunde spannender. Mitte des letzten Quarters kamen die Phantoms nach einer Interception wieder in Ballbesitz. Zwar konnten sie aus dem Drive nicht viel machen, nahmen aber viel Zeit von der Uhr. An der eigenen 11 Yard Line und mit nur noch gut 2 Minuten zu spielen mussten die Franken Knights Ihren letzten Angriff auf die Wiesbadener Endzone starten. Als sie sich einige Auszeiten später an der Wiesbadener 41 Yard Line einem viertem Versuch und 14 Yard zu gehen entgegen sahen, war die Spannung im Stadion regelgerecht in der Luft zu spüren.

Das war nichts mehr für Menschen mit schwachem Herz. In diesem Spielzug sollte sich die Meisterschaft in der GFL2 entscheiden. Joshua Kittel steht in der Shotgun-Formation und bekommt den Ball, wartet lange, wird von seiner O-Line gut geschützt und wirft schließlich einen langen Pass in die linke hintere Ecke der Endzone. Der Pass wird von Oliver Rohn #9 gefangen. Touchdown Franken Knights. Noch 52 Sekunden zu spielen. Unglaublich.

Knights Head Coach Martin Habelt: “Wir wollten zuerst ein Field Goal schießen, aber dafür waren wir zu weit weg. Also haben wir uns gedacht, lass uns aufs Ganze gehen, lass uns diesen Pass schmeißen, den wir schon so oft trainiert hatten und es hat wunderbar geklappt. Es war gigantisch.“

Doch das Spiel ist noch nicht aus. Noch haben die Wiesbaden Phantoms Zeit, das Spiel erneut zu drehen. Der Kickoff endet für die Phantoms an der eigenen 19 Yard Line. Ein langer Weg bis in die Endzone. Ob das reicht? Wiesbaden spielt nun auch aus der Shotgun, doch Quarterback Guido Reuels lässt den Ball fallen. Recovert von einem eigenen Spieler. Glück gehabt, aber es geht noch mal 9 Yard rückwärts und die Uhr läuft. Es folgt ein Lauf von Randall Payne #24 durch die Mitte. Payne macht 14 Yard Raumgewinn, wird aber im Feld gestoppt. Wieder läuft die Zeit und Wiesbaden muss die letzte Auszeit nehmen.

Nun wird es knapp. Nach einem Pass von Guido Reuels auf Joel Buskirk zum First Down verbleibt nur noch wenig Zeit auf der Uhr. Wiesbaden steht auf der eigenen 31 Yard Line. Wieder ein Pass, dieses Mal auf Fabian Gerhardt #84. Incomplete! Wiesbaden wird nervös. Der nächste Pass geht auf Robin Bräuer #6, wieder incomplete! Noch 7 Sekunden zu spielen.

Der nächste Spielzug bringt die endgültige Entscheidung. Alles oder nichts. Reuels wirft erneut. 25 Yard genau in die Mitte. Intercepted von Kacey Morgan. Das Spiel ist aus! Morgen läuft mit dem Ball Richtung Teamzone und lässt damit die letzten Sekunden von der Uhr ticken.

Was für ein Spiel! Eigentlich wäre jetzt der Zeitpunkt für Jubelszenen auf der einen Seite und Tränen auf der anderen. Doch was tatsächlich folgt, sind die eingangs beschriebenen Szenen. Ein trauriges Ende eines unglaublichen Spiels, über das sicher noch viel zu reden sein wird.

Bericht: Matthias Saisch (www.footballtoday.de)

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