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Kiel Baltic Hurricanes erkämpfen mit 28:35 einen knappen Sieg in Braunschweig

Die Vorzeichen waren klar: Kiel brauchte einen Sieg, um weiter im Rennen um die Nordmeisterschaft zu bleiben, Braunschweig brauchte den Sieg, um sich die Chancen auf die Playoffs zu erhalten – Ideale Bedingungen für ein spannendes Spiel.

Tatsächlich sahen die rund 4.500 Zuschauer im Stadion an der Hamburger Straße eine mitreißende Partie, die bis weit ins vierte Viertel offen blieb. Das es am Ende 35:28 für die Canes stand, war dennoch keine Selbstverständlichkeit. Braunschweig lag zwar während des gesamten Spielverlaufs immer wieder zurück, ließ sich dadurch aber nicht beirren und glich drei Mal aus. Der Spielverlauf im Einzelnen:

Braunschweig beginnt an der eigenen 26yd Linie und kann sich bis an die eigene 46yd Linie vorarbeiten. Bei einem dritten Versuch, bei dem noch 11yd zu gehen sind, leisten sich die Canes eine Pass Interference, die Braunschweigs Offense bis an Kiels 40yd Linie führt. Sofort wollen die Lions die Marschrichtung vorgeben, und Starting QB Dennis Zimmermann bedient WR Tyrea Allen mit einem langen Pass in der Endzone. Allen hält den Ball, überschlägt sich, und die Schiedsrichter entscheiden auf Incomplete. Spieler und Fans sind ausser sich, treiben die ohnehin schon hohen Temperaturen ins Stadion weiter aufwärts. Letztlich endet dieser Drive mit einem Punt.

Die Gäste nutzen dann den ihrerseits ersten Drive für die erste Führung, als QB Kyle Callahan einen Swing Pass auf WR Brandon Langston wirft, der auf den folgenden 57yd nicht mehr aufzuhalten ist. K Florian Dannehl sorgt für den Extrapunkt und damit zum 0:7.

Zunächst kann Braunschweig nicht direkt darauf antworten und muss nach einem Sack durch Kiels DL Christian Mohr zum Punt antreten. Einige Spielzüge später steht Kiel an der eigenen 40yd Linie, kann aber den dritten Versuch nicht verwandeln; nur knapp kann QB Callahan einen Sack verhindern. Punt und Punt Return Team treten aufs Feld, doch während sich die Lions Offense auf den nächsten Drive einstimmt, erklärt der Referee, dass es vor dem Kick ein Holding auf Seiten des Gastgebers gegeben hat, was ein neues First Down für Kiel zur Folge hat. Brauschweigs D-Zaun kann diesmal aber die Canes Offense stoppen, und der 49yd Field Goal Versuch durch K Dannehl schlägt fehl.

Braunschweig und Kiel können ihre darauffolgenden Angrifsserien nicht in Punkte verwandeln. Tief im zweiten Viertel bedient Braunschweigs zweiter QB Pepijn Mendonca WR Tyrea Allen und steht an Kiels 15yd Linie. Nach weiteren 5yd Raumgewinn findet er WR Dominic Hanselmann in der Endzone und kann den lang ersehnten Ausgleich herstellen, da K Tobias Goebel den Extrapunkt zum 7:7 verwandeln kann.

Pech dann für die Canes: Ein 28yd TD Pass von QB Callahan auf WR Langston wird wegen eines Chop Blocks nicht gegeben, so müssen sie den Ball abgeben. Auch Braunschweig findet keine Mittel, sich gegen die Canes Defense durchzusetzen und muss punten. Aber wie so oft treten in solchen Situationen die Special Teams hervor. So leistet das Kieler Punt Return Team perfekte Arbeit und ermöglich den als Kick Returner eingesetzten Brandon Langston einen spektakulären 65yd Return Touchdown. Nach Extrapunkt Dannehl steht es 7:14.

Es stehen noch 2:46 Minuten auf der Uhr, und scheinbar sehnen sich die Krieger dieser aufreibenden Schlacht nach einer Pause – Punt Braunschweig, Punt Kiel. 63 Sekunden vor der Halbzeit greifen die Lions dann in die Pass-Kiste: 35 yd Pass auf WR Hanselmann, 8 yd Pass auf WR Allen, 4 yd Pass auf WR Bollmann, 1yd Pass auf WR Allen. 10 Sekunden noch auf der Uhr, bedient QB Mendonca dann WR Hanselmann erneut in der Endzone, und nach erfolgreichem Extrapunkt geht es mit einem 14:14 in die Kabinen.

Sicherlich hätte der Großteil der Zuschauer zu diesem Zeitpunkt gerne auf die Pause verzichtet.

Die Canes beginnen das dritte Viertel etwas ruhiger, verbrauchen dreieinhalb Minuten, bis WR Philip Heider durch ein 14yd TD Pass plus Extrapunkt auf 14:21 erhöht.

Braunschweig ist jetzt eigentlich „dran“, den Ausgleich wieder herzustellen. Zunächst bekommt Kiel den Ball durch einen Punt zurück. Nun leistet sich Canes QB Callahan den einzigen teuren Fehler: Sein Pass wird durch DB David DeArmas intercepted und bis an Kiels 8yd Linie zurückgetragen, von wo aus sich RB Jabari Johnson bis in die Endzone durchtankt.

Der muntere Schlagabtausch, der weniger durch schwache Defense als durch sehr starke Offense Leistungen verursacht wird, geht ungebremst weiter, als Kiel nur vier Minuten später erneut in Führung geht, diesmal durch einen 6yd Lauf über RB Simon Sommerfeld; 21:28 steht auf der Videowand.

Lions und Canes müssen jeweils ein weiteres Mal punten, so dass Braunschweig den Ball an der eigenen 17yd Linie übernimmt. RB Prince Baffour steht nun im Fokus, zunächst mit einem 5yd Lauf, dann mit einem Fumble, der nun auch die Turnover Statistik zum Gleichstand bringt. Kiel nutzt die hervorragende Ausgangsposition, und kann 5:41 Minuten vor dem Ende auf 21:35 davonziehen: Erneut läuft RB Sommerfeld aus 8yd bis in die Endzone, wo auf Seiten es amtierenden Meisters die ersten frustrierten Köpfe hängen.

Aber die Lions sind bekannt für ihr Selbstbewusstsein, für ihren Optimismus, für den Kampfgeist, für ein ungeschriebenes Gesetz, Spiele auch noch herumreissen zu können, wenn fast keine Zeit mehr auf der Uhr ist. So war es zumindest in der Vergangenheit.

Warum nicht auch diesmal? Diese Gedanken wird wohl auch der als Kickoff Returner eingesetzte Tyrea Allen mit sich getragen haben, während er diagonal über das offene Feld läuft. Erst nach etwa 70 yds ist Schluß, an Kiels 10yd Linie kann er doch noch gestoppt werden. Das Stadion steht Kopf, zwei unvollständige Pässe quälen die Nerven der Beteiligten, aber der dritte Versuch gelingt: 10yd Touchdown Pass auf WR Allen, so dass die Lions den Anschluß zum 28:35 herstellen können.

Die Uhr zeigt zu diesem Zeitpunkt noch 5:13 Minuten an, eine Ewigkeit, in der noch so einiges passieren kann. Dennoch: Auch das Zeitmanagement gehört zu den stärken eines Titelkandidaten, und so konzentriert wie sicher arbeitet sich die Kieler Offense Stück für Stück über das gesamte Feld, bis sie schließlich an Braunschweigs 20yd Linie abknien können.

Beide Teams waren über das gesamte Spiel auf Augenhöhe, so dass am Ende kleine Details über Sieg und Niederlage entschieden.

Kiel festigt damit seine Ambitionen auf die Nordmeisterschaft, Braunschweig muss sich auf das kommende Spiel gegen Berlin gut vorbereiten, um nicht am Ende bei der Vergabe der Playoff Plätze von den Dresden Monarchs abhängig zu sein.

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