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Hurricanes siegen in letzter Sekunde

Kicker Florian Dannehl sorgte Sekunden vor Schluß mit diesem Field Goal für den glücklichen Sieg der Baltic Hurricanes (Foto: Michael Zelter)

Kicker Florian Dannehl sorgte Sekunden vor Schluß mit diesem Field Goal für den glücklichen Sieg der Baltic Hurricanes (Foto: Michael Zelter)

Einen von vielen im Haller Hagenbachstadion schon fast sicher geglaubten Sieg mussten die Schwäbisch Hall Unicorns am Samstag in einem hochklassigen Spiel in den letzten Spielsekunden hergeben. Die Kieler Gäste kickten sich per Fieldgoal zum 22:21-Halbfinalerfolg und in den German Bowl XXXI.

Vier Sekunden waren noch auf der Spieluhr als die Kiel Baltic Hurricanes am Samstag den letzten Spielzug der Partie begannen. Kicker Florian Dannehl nahm Anlauf und trat gegen den Ball, der bei auslaufender Spielzeit hoch zwischen den Torstangen hindurch segelte. Die Gäste hatten auf den letzten Drücker einen 22:21-Erfolg im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft eingefahren. Schlagartig herrschte eine beklemmende Ruhe im Haller Hagenbachstadion.

Die zweieinhalb Stunden zuvor waren von einer äußerst guten Stimmung und einer entsprechenden Geräuschkulisse geprägt. 2.058 Zuschauer waren gekommen um zu sehen, ob es den TSG-Footballern gelingen würde, die favorisierten Gäste aus dem hohen Norden zu schlagen und in den German Bowl einzuziehen. Lange sah es am Samstag genau danach aus.

Zunächst hatten die Defense-Formationen das Spiel bestimmt. Weder Kiel noch die Unicorns konnten mit ihren Angriffsreihen nennenswerte Akzente setzen. Auch die ersten Punkte wurden Anfang des zweiten Viertels von einem Verteidiger erzielt. Ein Kieler Befreiungskick wurde von dem am Samstag hervorragend aufgelegten Haller Thomas Rauch geblockt, von Simon Brenner aufgenommen und über zehn Yards zum 7:0 (PAT Dario D’Ariano) in die Kieler Endzone getragen.

Die Gäste antworteten darauf auch nicht mit einer Offense-Aktion, sondern mit einem 90-Yards-Kickoff-Return von Brandon Langston zum 6:7 und plötzlich wachten auch die Offense-Formationen auf. Ein 17-Yards-Pass von Chad Rupp auf Johannes Brenner (PAT D’Ariano) brachte die 14:6-Führung für Hall. Noch vor der Pause konnte Kiel aber per Fieldgoal auf 9:14 verkürzen.

Die zweite Halbzeit dominierten dann lange die Haller Außenseiter. Hauptgrund dafür war ihr Quarterback Chad Rupp, der einmal mehr mit Pässen ebenso wie mit raumgreifenden Läufen überzeugte. Den Touchdown zum 21:9 (PAT D’Ariano) erzielte er mit einem sehenswerten 45-Yards-Lauf selbst. Die Gäste leisteten sich im Gegenzug einen Fumble kurz vor der Haller Endzone und bauten die TSGler damit förmlich auf.

Die Kieler Aufholjagd begann im letzten Viertel mit dem Fieldgoal zum 12:21. Danach kamen die Haller zwar erneut bis zur 6-Yard-Linie der Hurricanes, scheiterten dort aber im vierten Versuch. Eine später heiß diskutierte Situation, denn viele hätten einen Haller Fieldgoal-Versuch erwartet. „Kiel hat beim 12:21 bereits zwei Punkterfolge gebraucht. Einen wirklichen Vorteil konnten wir uns in dieser Situation nur mit einem Touchdown erspielen“, sagte Unicorns-Headcoach Siegfried Gehrke später dazu. „Außerdem haben wir bei Kicks dieses Jahr nicht geglänzt und heute hatten wir auch noch neue Besetzungen beim Longsnapper und beim Holder.“

Kiel zog nun plötzlich all diejenigen Register, von denen vorher nichts zu sehen war. Schnell überquerten sie das Feld und ein Pass von Kyle Callerhan auf Brandon Langston (PAT Dannehl) führte zum 18:21. Ein Onside-Kick brachte Kiel sofort wieder in Ballbesitz und zum genau richtigen Zeitpunkt befand man sich in Fieldgoal-Distanz. Was folgte war der Kick von Florian Dannehl zum 22:21 für Kiel, der alle Endspielträume der Unicorns und ihrer Fans platzen ließ.

Kiels Headcoach Kent Anderson sagte nach dem Spiel: „Ich bin überglücklich, denn zeitweise sah es so aus, dass wir keine Chance hätten. Die Unicorns hätten einen Sieg verdient gehabt. Vor Headcoach Siegfried Gehrke und der Unicorns-Organisation habe ich größten Respekt!“

„Kiel hat wohl die größere Routine für solche Situationen und solche Spiele“, meinte Halls Headcoach Siegfried Gehrke. „Natürlich bin ich tief enttäuscht, denn wir hätten den Einzug ins Finale heute schaffen können. Auf mein Team bin ich aber sehr, sehr stolz! Es liegt eine tolle Saison hinter uns, auf die wir weiter aufbauen können.“

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