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Panther gewinnen überraschend hoch auch in Essen

Panther-Essen

Die Düsseldorf Panther mischen weiter die German Football League auf. Am zweiten Spieltag der höchsten deutschen Spielklasse im American Football feierte der sechsmalige deutsche Meister einen in der Höhe beinahe schon sensationellen 37:9 (7:3, 17:6, 13:0, 0:0)-Erfolg bei den Assindia Cardinals, seinen zweiten Auswärtssieg in Folge nach dem 17:0 zum Saisonauftakt bei den Wiesbaden Phantoms. „Es war heute nicht schwerer als in Wiesbaden, aber die Angst davor war größer“, gab Cheftrainer Martin Hanselmann zu, dass er und seine Spieler vorher einigen ‚Bammel’ vor den Essenern gehabt hatten.

Vor allem in ersten Viertel zeigte sich, dass dieser Respekt vor der vor allem körperlich enorm starken Cardinals-Truppe durchaus berechtigt war. Die Hausherren im Stadion ‚Am Hallo‘ gingen vor 1.500 Zuschauern, beinahe die Hälfte davon waren unüberhörbar Panther-Fans, mit einem Fieldgoal in Führung, ehe langsam, aber dann schier unaufhaltsam der Angriff der Gäste ins Rollen kam. Die Essener Defense war zunächst bestens auf die Düsseldorfer Angriffe eingestellt. „Das, was wir vorbereitet haben, hat nicht funktioniert, in keinster Art und Weise“, gestand Headcoach Hanselmann, „deshalb haben wir alles umgeschmissen und das hat – Gott sei Dank – funktioniert.“

Was er meinte: Ab der dritten Angriffsserie brannten die Raubkatzen ein wahres Pass-Feuerwerk ab. Angeführt von Dominic Hanselmann, der auch den ersten Touchdown zur Panther-Führugn erzielte, Niklas Römer, der zwei Touchdown-Pässe von Spielmacher Robert Demers fing und Pech hatte, dass ein weiterer nicht anerkannt wurde, da er angeblich zuvor im Aus gewesen war, und Estrus Crayton nahmen die Düsseldorfer Wide Receiver die Deckung der Gastgeber auseinander. Dazwischen schaffte das Laufspiel immer wieder Entlastung und ließ den Druck auf Quarterback Demers, dessen Gala-Vorstellung mit vier Touchdown-Pässen von seinem Cheftrainer nachher schlicht als „fantastisch“ bezeichnet wurde, nicht zu groß werden.

Neben Steve Coles, der wegen einer Oberschenkelverletzung ab Mitte des zweiten Quarters bereits geschont wurde, nutzten vor allem Junya Suzuki und der erst 20-jährige Tümer Yildirim („hat mir sehr gut gefallen, als junger Runningback macht er zwei, drei so lange Läufe, das war Klasse“, so Hanselmann) die Lücken, die ihnen die Offense Linie immer wieder in die Cardinals-Deckung riss. Da auch die Düsseldorfer Defense – bis auf einen kleinen Aussetzer, der den Essenern den Touchdown zum zwischenzeitlichen 9:17 ermöglichte – nahtlos an ihre starke Vorstellung von Wiesbaden anknüpfte, war die Partie bei vorösterlicher brütender Hitze früh entschieden. Ein Sonderlob in der druckvoll und konzentriert agierenden Abwehr verdiente sich Denis Letkemann. „Der ist vor drei Jahren zu uns gekommen aus Neuß, hat wirklich hart gearbeitet, sehr hart trainiert und hat heute auch mal geerntet“, erzählte Hanselmann über den 23-jährigen Linebacker. „Der hat, was er gesät hat, geerntet, ein Riesenspiel gemacht als Starter in der GFL.“

Für die fehlende Spannung wurden die Fans, vor allem natürlich die aus der Landeshauptstadt, durch einige Traumaktionen entschädigt:
– Fast schon lehrbuchhaft war der Panther-Drive vor der Pause, als Demers mit fünf Pässen 96 Yards zum schon endgültig entscheidenden Touchdown zum 24:9-Pausenstand überbrückte;
– Highlight dieser Angriffsserie war der 45-Yard-Fang von Niklas Römer, der zwischen zwei Essener Verteidiger den Ball herunterpflückte. „Da wusste ich bis eben gar nicht, dass der (Fang) in Doppel-Coverage war. Aber (Quarterback) Robert (Demers) hat den Ball gut platziert, da hat einfach alles gepasst“, strahlte Römer nachher.
– Nachdem die Düsseldorfer Defense durch ihren dauernden Druck und ein Dutzend heftiger ‚Hits‘ Essens Spielmacher Tobias Lupp schon angeschlagen und entnervt vom Platz gejagt hatte, ließ sie auch US-Boy Louis Lee als Ersatz-Quarterback keinen Raum zum Atmen;
– Geradezu genial die Körpertäuschung, mit der Yanik Lück seinen Gegenspieler austanzte, ehe der erst 19-jährige Passempfänger zu seinem ersten GFL-Toichdown durchstartete.

Erfreulich zudem, dass der Aufsteiger sich den Luxus erlauben konnte, alle Akteure einzusetzen, ohne ernsthaft in Gefahr zu geraten. Einziger Missklang waren die vielen verletzten und angeschlagenen Akteure der Düsseldorfer. Neben Coles mussten auch Center Hannes Irmer (Knie) und Linebacker David Wallen am Ende zwangsweise zuschauen, mit Ahmad Spidle und Fabian Hahn, der sich an seiner alten Wirkungsstätte in Essen natürlich besonders über seine Wadenzerrung ärgerte, fielen zwei weitere Abwehrspieler schon vor Spielbeginn aus.

So fiel auch das Fazit von Marcel Friedrich gemischt aus: „Verdient gewonnen, gute Verteidigung, schöne Offense – aber leider zu viele Verletzte, Ich hoffe, dass unsere angeschlagenen Spieler in zwei Wochen wieder fit sind“, blickte das Vorstandsmitglied schon voraus auf die GFL-Heimpremiere am 8. Mai gegen die Wiesbaden Phantoms.

Assindia Cardinals – Düsseldorf Panther 9:37 (3:7, 6:17, 0:13, 0:0)
Zuschauer: 1.500 im Sportpark Am Hallo in Essen-Stoppenberg
3:0 Andre Feuerherdt, 33 Yard-Fieldgoal (6:45 Minuten gespielt)
3:7 Dominic Hanselmann, 36-Yard-Pass von Robert Demers, PAT Markus de Haer (11:26)
3:14 Niklas Römer, 6-Yard-Pass von Robert Demers, PAT Markus de Haer (13:54)
3:17 Markus de Haer, 21 Yard-Fieldgoal (19:34)

9:17 Jimmy Lee Malone, 50-Yard-Lauf, PAT vorbei (20:52)
9:24 Niklas Römer, 8-Yard-Pass von Robert Demers, PAT Markus de Haer (23:24)
9:31 Robert Demers, 1-Yard-Lauf, PAT Markus de Haer (30:53)
9:37 Yanik Lück, 25-Yard-Pass von Robert Demers, PAT vorbei (34:33)

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