Dresden Monarchs

Spielbuehler freut sich auf die New Yorker Lions

„Guten Morgen Coach“, grüßte Monarchs-Geschäftsführer Jörg Dreßler kurz in das Zimmer von Gary Spielbuehler und seinem Trainerteam. „Einen Moment“, kommt es konzentriert zurück. „Eine Sache muss ich noch beenden.“ Der Drucker glüht, die Tafeln sind gespickt mit Mannschaftsaufstellungen, Spielzügen und taktischen Raffinessen. Es ist die heiße Phase vor dem ersten Saisonspiel, die den Trainerfuchs sichtlich fesselt. Spielbuehler macht keinen Hehl aus seinen Prioritäten. Am Erfolg wird er gemessen. Für den Erfolg wird er alles geben, soviel ist von Minute eins an klar. „Los geht’s“, fällt schließlich die Entscheidung. Gary Spielbuehlers Beine wippen. Auch ein alter Hase im Trainergeschäft steht bei der Arbeit unter Strom. In knapp drei Tagen, am Sonntag (Kickoff: 19 Uhr), wartet Spielbuehlers altes Team auf seinen jungen Monarchs-Kader. Als Gast kommt er dann zurück ins Eintracht Stadion. Sein Ziel: Den New Yorker Lions des 1. FFC Braunschweig zwei Punkte im gerade eröffneten Meisterschaftsrennen zu entreißen.

„Ein nicht kleiner Teil der Lions-Stammbesetzung hat im Testspiel gegen die HSV Blue Devils nicht gespielt“, grummelt der Monarchs-Coach. „Es gibt viele Fragezeichen bei den Lions. Schwer zu sagen, in welcher Form sie sind, selbst nach ihrem 41:6-Erfolg gegen Hamburg.“ Mag es am mäßig bis schwachen Spiel der Devils gelegen haben oder an den sehr reduzierten Spielzügen der Braunschweiger, glücklich ist Gary Spielbuehler nicht über die gewonnen Erkenntnisse. Vielleicht, weil die vermeintlich besten Lions-Athleten die Seitenlinie hüteten. Vielleicht, weil die Neuerungen des FFC-Coaches Seth Womack mehr Fragen als Antworten hinterließen. „Fakt ist“, stellt Spielbuehler fest. „Ihre Offense Line, ihr Quarterback und die zwei Runningbacks, Sean Cooper und Jabari Johnson, müssen wir knacken. Sind wir schnell am Mann, können wir unsere Physis zu unserem Vorteil nutzen.“ Ja, der harte Trainingswinter hat sich für die Monarchs gelohnt. Schwerer, schneller und kräftiger sind sie durch die Bank hinweg geworden. Auch wenn es auf der einen oder anderen Position noch an Tiefe fehlt, die Monarchs sind Athleten, tragen klar die Handschrift ihres akribisch arbeitenden Trainers.

„Hier Coach, gerade für dich eingetroffen“, zeigt sich Monarchs-Geschäftsführer Jörg Dreßler kurz. „Ach, das Video des Lions-Testspiels aus Braunschweig ist da“, freut sich Spielbuehler. Die kommenden Stunden dieses Donnerstages sind damit wohl verplant. Videoanalyse, heißt das Stichwort. „Die heutigen und morgigen Trainingseinheiten müssen wir nutzen.“ Fast wirkt es, als ob Spielbuehler gern sofort die Arbeit beginne würde. „Ist es nicht fast zu spät für das Video“, frage ich. „Ich habe längst gesehen, was ich sehen musste.“ Dann schweigt der Trainer und grinst. „Der Schlüssel zum Spiel lautet Turnover“, lenkt er schließlich ab. „Wir müssen sie in den eigenen Reihen vermeiden und bei den Lions provozieren. Die ersten Spiele sind immer kritisch. Manche Jungs sind nervös. Manche übermotiviert. Anderen fehlt einfach noch die Spielpraxis. Unsere Männer wissen, was zu tun ist. Ich verlasse mich darauf, dass sie auf dem Feld die Disziplin bewahren und die richtigen Entscheidungen treffen.“ Nicht leicht, an einem verlängerten Wochenende und bei einem derart jungen Team, wie es die Monarchs sind. „Ich muss kein Feierverbot für Sonnabend erteilen. Unsere Mannschaft macht sich die Arbeit der vergangenen Monate nicht durch solch dumme Entscheidungen kaputt“, da ist sich der taktische Kopf der Königlichen hundertprozentig sicher.

Stattdessen schwärmt er von der Klasse seines neuen Runningbacks, von jungen Talenten wie Burkhard Vogt und seinem Quarterback Tyler Graunke. „Die Jungs haben mich im Camp teilweise enorm begeistert. Ich durfte tollen Football sehen und hoffe natürlich, dass auch am Sonntag unsere Arbeit Früchte trägt. Bereits 11.30 Uhr reisen dann die Monarchs in Richtung Braunschweig. Punkt 19 Uhr beginnt das Spiel im fernen Niedersachsen. Dann wird sich zeigen, ob es gelingt, Braunschweigs starke Defensive zu knacken, ihre schwer einzuschätzende Offensive, um Quarterback Dennis Zimmermann, in Schach zu halten. Gary Spielbuehler jedenfalls freut sich auf seine Rückkehr zur alten Wirkungsstätte. Angst vor dem ehemals großen Namen, ist nicht angebracht, sind er und sein Trainerteam sich sicher. „You´ve got to believe, Du musst daran glauben“, lautet eine alter Footballweisheit. Und an die Qualitäten seiner Mannschaft scheint Gary Spielbuehler felsenfest zu glauben. „Doch jetzt zurück zur Arbeit. Wir sehen uns in Braunschweig.“

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