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Krimi auf der Waldau – Scorpions schlagen Cowboys 27:26

Ein an Spannung kaum zu überbietendes Footballmatch wurde den 800 begeisterten Zuschauern am Samstag abend im Gazi-Stadion geboten, in dem die Gastgeber letztlich mit 27:26 die Oberhand behielten und damit die Cowboys von Tabellenplatz 3 der GFL Süd verdrängen konnten.

Das Spiel begann durchaus verheißungsvoll für die Scorpions, denn Linebacker Hans Stecher konnte für die zuletzt doch arg gebeutelte Defense der Schwaben gleich den ersten Pass von Münchens Quarterback Gary Lautenschlager abfangen und bis zu deren 19y-Linie zurücktragen. Diese Vorlage ließ sich die Offense der Gastgeber dann auch nicht nehmen und überbrückte diese Distanz durch Läufe von Running Back Patrick Scott und Quarterback Daniel Polk, der dann auch aus 1y den ersten Touchdown erlief und damit die Hausherren nach dem Extrapunkt von Sascha Wurster mit 7:0 in Führung brachte.

Doch schon im Gegenzug zeigten die Gäste aus der bayrischen Landeshauptstadt, dass sie anders als im Hinspiel nicht gewillt waren, sich nur auf die Defense zu beschränken. Mit Läufen über ihre hervorragenden Running Backs Jerome Morris und Dominique Kandolo kamen sie bis zur Stuttgarter 10y-Linie, von wo aus Kandolo einen kurzen Pass von Lautenschlager fing, die halbe Defense der Scorpions wie Slalomstangen umkurvte und für den 7:7 Ausgleich sorgte (PAT Denis Gabriel).

Die Gastgeber konnten jedoch noch im ersten Quarter erneut in Führung gehen. Nachdem Polk mit einem 48y-Pass auf Wide Receiver Lasse Ahlgrimm seinen Angriff an die 9y-Linie der Cowboys gebracht hatte, schaffte es dieser zunächst nicht, die noch fehlende Distanz mit vier Läufen zu überbrücken, profitierte allerdings von einer Strafe gegen die Münchner mit einem neuen ersten Versuch an deren 1y-Linie. Diese Chance ließ sich Polk dann nicht nehmen und erlief seinen nächsten TD zur 14:7 Führung (PAT Wurster), mit der dann auch zum ersten Mal die Seiten gewechselt wurden.

Das zweite Viertel begann mit einem Trickspielzug der Cowboys, der sie in die Redzone der Schwaben brachte. Dort war dann allerdings Endstation, als Defense Back Gabriel Kalus einen Pass von Lautenschlager abfing und damit die Scorpions an ihrer eigenen 10y-Linie erneut in Ballbesitz brachte. Doch schon zwei Spielzüge später hatten wieder die Gäste das Angriffsrecht inne, als es Cowboys-DB Daniel Nurse seinem Gegenüber nachmachte und einen Polk-Pass in der Stuttgarter Hälfte abfangen konnte. Offensichtlich führe dies zu einem vorsichtigeren Agieren der Angriffsabteilungen auf beiden Seiten, denn diese brachten in den nachfolgenden Drives kaum noch Raumgewinn zustande und mussten sich jeweils per Punt schnell wieder vom Ball trennen.

Kurz vor der Halbzeit war es dann allerdings die Verteidigung der Scorpions, die u.a. durch zwei 15m-Strafen dafür sorgte, dass die Cowboys sich an der Stuttgarter 20y-Linie fanden, von wo erneut Kandolo die Endzone fand und zum 13:14 verkürzte. Der PAT ging allerdings daneben, so dass die Scorpions – nicht zuletzt dank einer weiteren Interception, dieses Mal von Safety Nico Göhner – mit dieser knappen Führung in die Pause gingen.

Im dritten Quarter hatten dann wieder die Verteidigungsreihen auf beiden Seiten das bessere Ende für sich, denn auf beiden Seiten reichte es zwar zu Raumgewinn, aber nicht für weitere Punkte, so dass beim gleichen Spielstand und Ballbesitz für die Gäste letztmals die Seiten gewechselt wurden. Und diese spielten nun in der Tat volles Risiko, als sie zwei Mal einen vierten Versuch ausspielten, davon ein Mal in der eigenen Hälfte. Und nachdem die Scorpions-Abwehr sich vor allem darauf konzentrieren musste, das starke Laufspiel der Cowboys zu stoppen, fand Lautenschlager seinen Receiver Tarik Ibrahim in der Endzone für weitere sechs Punkte (TPC misslungen) und zur erstmaligen Führung der Münchner. Doch erneut konnten die Gastgeber kontern, mussten dafür allerdings auch einen vierten Versuch ausspielen, als Polk WR Richard Rewitzer bediente, ehe P. Scott mit einem 5y-Lauf die Stuttgarter erneut mit 20:19 (TPC misslungen) in Führung brachte.

Mit noch 6 Minuten auf der Spieluhr starteten die Gäste nun jedoch einen weiteren erfolgreichen Drive, den erneut Kandolo mit einem 6y-Lauf abschließen konnte. Zur Überraschung der Stuttgarter und auch der meisten Zuschauer entschieden sich die Coaches der Cowboys jedoch nicht für einen Two-Point-Conversion, sondern einen Zusatzpunkt, so dass sie, mit nur noch 1:20 Min. auf der Uhr, mit 20:26 in Führung gingen und den Ball mit einem weiteren Kickoff wieder ins Spiel brachten. Dieser wurde von Returner Wesley Pittman dann zur Begeisterung der Stuttgarter Fans bis zur Münchner 36y-Linie zurückgetragen. Und in den letzten Minuten zeigte dann WR Fabian Weigel, warum er mittlerweile der #1-Receiver der Scorpions ist. Zunächst fing er spektakulär einen Pass von Polk nur wenige Zentimeter über dem Boden für ein 1. Down an der Münchner 20y-Linie, ehe er im nächsten Versuch einen kurzen Pass von Polk aufnahm und anschließend alle Verteidiger stehen ließ und zum 26:26 Ausgleich in die Endzone der Cowboys sprintete. Anschließend zeigte dann Wurster gute Nerven und holte den 27:26 Siegpunkt für die Hausherren.

Das Spiel endete dann wie es begonnen hatte, denn erneut war es Stecher, der nach dem ersten nun auch den letzten Pass von Lautenschlager abfing und so den knappen Sieg sichern konnte. Damit haben die Scorpions nun wieder gute Aussichten, den dritten Tabellenplatz zu sichern und Head Coach Matthias Mecherlein war sichtlich erleichtert darüber, dass die Niederlagenserie noch vor der WM-Pause beendet werden konnte. Wegen dieser findet das nächste Heimspiel erst am Sonntag, dem 24. Juli gegen die New Yorker Lions aus Braunschweig statt, Kickoff ist dabei ausnahmsweise schon um 15 Uhr.

Foto: Thorsten Drack

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