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Unicorns – Mit blauem Auge davon gekommen

Als unüberwindbare Hürde hatten die Wiesbaden Phantoms ihre Gäste angekündigt. Als durchaus schlagbarer Gegner, aber mit einem 57:43-Sieg in der Tasche verließen die Schwäbisch Hall Unicorns die hessische Landeshauptstadt am Samstagabend.

Nach Ende des Spiels ist der Jubel groß – auf Seiten der Wiesbadener: Sie reißen die Arme in die Höhe, brüllen und fallen sich in die Arme. Die faustdicke Überraschung ist geschafft – fast. Tatsächlich hatten es die Aufsteiger dem hochfavorisierten Haller Tabellenführer viel schwerer gemacht als erwartet. Dass die Feierlichkeiten in der Teamzone der Unicorns nach Auslaufen der Spieluhr dann eher verhalten ausfiel, war verständlich. „Das Entscheidende ist, dass wir als Sieger vom Platz gegangen sind. Nur das zählt“, resümierte Head Coach Siegfried Gehrke nach dem aufreibenden 57:43-Sieg und damit 100 erzielten Punkten.

Alles hatte für Schwäbisch Hall wie geplant begonnen. Nur wenige Spielzüge brauchte es nach dem Kick-Off, bis Bernd Wollensack den ersten Touchdown für die Gäste verzeichnete. Die Defense stoppte im Gegenzug die Wiesbaden Phantoms und wieder hieß es: Touchdown Unicorns! Diesmal fing Justice Joslin einen Pass von Aaron Boehme zum 0:13 in der Endzone. Dann aber zeigte der junge deutsche Quarterback der Phantoms, Kevin Brüngel, zum ersten Mal an diesem Tag sein Können: Einen Pass des 22-Jährigen nutzte Jannik Markgraf zum Anschluss-Touchdown.

Die beste Offense der Liga ließ sich davon aber nicht beeindrucken und schaffte es dann dreimal in Folge, den Ball bis ins Ziel zu bringen: Wieder Joslin sowie Thomas Hambalek und Felix Brenner fingen Touchdown-Pässe drei, vier und fünf von Aaron Boehme. Bemerkenswert dabei: Mit dem zwischenzeitlichen 7:33 war bereits das Hinspiel-Endergebnis hergestellt. In Wiesbaden war noch nicht einmal Halbzeit. Bis zum Ende des zweiten Viertels konnten sowohl die Gastgeber durch Ex-Nationalspieler Marcel Duft wie auch Joslin zum Dritten Punkte auf die Anzeigetafel bringen.

Der 14:40-Halbzeitstand ließ vermuten, dass sich die Haller in der zweiten Hälfte ein wenig zurücklehnen können würden – sollten die feststehenden Nationalspieler womöglich schon geschont werden? Derartige Planungen lösten sich schnell in Luft auf, als Wiesbaden energiegeladen aus der Kabine kam und ihren ersten Drive gleich in Punkte verwandeln konnten. Gegen Duft und die anderen Spielmacher der Phantoms sah die Defense des Tabellenersten ein um das andere Mal schlecht aus. Auch beim zweiten Wiesbadener Angriffszug, nachdem Halls Offense das erste Mal an diesem Tag nicht in die Endzone erreicht hatte, waren die Phantoms schnell vor der Unicorns-Endzone. Und diesmal war es Kevin Brüngel selbst, der den Ball dort zum 28:40 unterbrachte. Die Unicorns hatten es geschafft: Die wenigen mitgereisten Fans erlebten das erste spannende Spiel seit der Saisonpremiere in Berlin. Und sie machten es noch dramatischer. Brian Rushing verlor den Ball an die Phantoms (Fumble) und Wiesbaden bestrafte diesen Fehler mit dem nächsten Touchdown. Aus dem einstmaligen 26-Punkte-Vorsprung machte der Aufsteiger fünf!

Null Punkte standen im dritten Viertel für die Unicorns auf dem Scoreboard. Diese ungewohnt enge und spannende Situation erkannte auch der Wiesbadener Kommentator: „Das hatten die Unicorns noch nie, das ist neu für sie.“ Doch damit wusste Schwäbisch Hall umzugehen. Endlich lief das Offensiv-Uhrwerk wieder besser. Durch einen Touchdown von Dusty Thornhill und ein Field Goal von Christan Devincentis zog Hall wieder auf ein beruhigendes 35:50 davon. Aber auch Wiesbaden zeigte Moral und Stärke und kam nach Touchdown mit Conversion auf 43:50 heran. Dabei schwächelte vor allem die Haller Passverteidigung.

Beim Kick-Off der Phantoms waren nun noch 2 Minuten und 48 Sekunden auf der Uhr. Jetzt galt es für Hall, den Sack mit einem Touchdown zuzumachen. Und das taten sie. Schnell war der Ball kurz vor dem Ziel angekommen und Felix Brenner vollendete schließlich mit einem sehenswerten Fang zum 43:57-Endstand.

Diese Niederlage für die Phantoms schmälert aber keinesfalls deren Leistung. Sowohl Wiesbadens Head Coach Sven Gloss als auch der erfolgreiche Quarterback Kevin Brüngel lobten ihr Team: „Das war unser bestes Spiel des Jahres.“ Trotzdem habe Hall zum Schluss die nötige Cleverness besessen. „Die Führungsspieler agierten sehr ruhig. Das war heute sehr wichtig für uns“, lobte Gehrke nach Spielende Boehme und seine Kollegen.

Hall geht damit als ungeschlagener Tabellenführer mit einer 16:0-Bilanz in die dreiwöchige WM-Pause. Nicht für alle heißt es allerdings ausruhen: Waldemar Schander, Felix und Simon Brenner, Thomas Rauch sowie Oliver Radke befinden sich ab 5. Juli in Vorbereitung auf die Football-Weltmeisterschaft in Österreich (Start: 8. Juli).

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