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Junior Bowl: Unglückliche Final-Niederlage der Panther-Rookies

Die Rookies der Düsseldorf Panther sind Deutscher Vizemeister 2011. Im dramatischsten und hochklassigsten Jugendfinale der deutschen Football-Historie unterlagen die Nachwuchs-Raubkatzen vor der Rekordkulisse von offiziell 4.362 Fans im Kölner Südstadion den Cologne Falcons nach zweimaliger Verlängerung mit 18:24 (0:0, 6:7, 9:0, 0:8; 3:3, 0:6).

„Herzlichen Glückwunsch an die Falcons, sie sind aufgrund ihrer starken Saison verdient neuer Meister“, gratulierte Panther-Cheftrainer Markus Maier nach dem Endspiel um Juniorbowl XXX neidlos. „Ich hätte natürlich gerne ein anderes Ende gehabt, aber ich bin stolz auf meine Mannschaft und stolz, dass wir bei diesem Spiel dabei sein durften. Wir können uns nichts vorwerfen, jeder hat alles auf den Platz gebracht, am Ende hat ein wenig das Glück gefehlt. Aber so ist eben Football.“ Auch der Headcoach des neuen Champions gratulierte den geschlagenen Akteuren des 15maligen Titelträgers zu ihrer tollen Vorstellung. „Wir sind unglaublich froh, dass wir gegen dieses tolle Panther-Team gewonnen haben. Alle Jungs haben alles gegeben, wir haben heute die beiden Topteams in Deutschland gesehen in einem begeisternden Spiel“, sagte Kölns Cheftrainer und Ex-Rhein-Fire-Profi David Odenthal.

Als ob die Ausrichter vorhergesehen hätten, dass den beiden Mannschaften die normale Spielzeit nicht reichen würde, begann das Finale schon zehn Minuten vor der vorgesehenen Kick-off-Zeit – und gleichzeitig mit einem gewaltigen Regenschauer. Der endete zwar nach gut zwanzig Minuten, doch der nasse Platz behinderte natürlich das pass-betonte Angriffsspiel der Düsseldorfer im gesamten Verlauf der Partie weit mehr als das Kölner Laufspiel. Trotzdem erwischten die Panther den besseren Start und marschierten, begünstigt durch viele Undiszipliniertheiten der Domstädter, bis zur Kölner 20-Yard-Linie. Der Versuch eines 38-Yard-Fieldgoals ging allerdings im strömenden Regen daneben.

In der Folge beherrschte die Düsseldorfer Defense den Favoriten und legte auch die Basis für die ersten Zähler: Georg Prange fing einen Falcons-Pass ab und returnierte ihn bis kurz vor die Endzone. Da Spielmacher Nummer eins, Manuel Engelmann, gerade wegen einer Hüftverletzung behandelt wurde, übernahm Andre Zschope den Job als Quarterback. Der etatmäßige Wide Receiver lieferte den Pass, Tobias Backhaus einen akrobatischen Catch, 4:30 Minuten vor der Pause war der krasse Außenseiter in Führung. Leider wurde allerdings der Extrapunktversuch geblockt.

Noch vor der Halbzeit schlugen die Gastgeber zurück: Einen Drive, in dem die ungeheuer massige Kölner Offenseline immer wieder Laufwege für Runningback Stacey Bryant und Quarterback Benjamin Mentges freiblockte, schloss der 19-jährige Amerikaner ab, nach erfolgreichem Kick lagen die Gastgeber in Führung. Im dritten Viertel leitete erneut die Düsseldorfer ‚Dee‘ die nächsten Zähler ein: Den – schlicht arroganten – Versuch der ‚Falken‘, beim 4. Versuch und 3 Yards an der eigenen 30-Yard-Linie, einen Firstdown zu erlaufen, stoppte die aufmerksame Abwehr der Raubkatzen. Die gute Feldposition nutzte der Rekordmeister, um durch einen Lauf des ins Spiel zurück gekehrten Quarterbacks Manuel Engelmann in Führung zu gehen. Sein Conversion-Pass zu Daniel Paas segelte allerdings ins Seitenaus.

Noch im dritten Viertel schloss Sven Dötter eine weitere gute Angriffsserie mit einem 37-Yard-Fieldgoal zum 15:7 ab: Der Favorit wackelte, fiel aber nicht. Nach einem ‚typischen‘ Kölner Angriff erlief Stacey Bryant den Touchdown zum 15:13-Anschluss, beim Conversionversuch verlor er zwar den Ball, doch sicherte sich einer seiner Mitspieler den Fumble in der Endzone – der glückliche Ausgleich zum 15:15. In ihrem letzten Drive fühlten sich die Jung-Panther von den Unparteiischen benachteiligt, da ein Umschubsen des frei stehenden Passempfängers ungeahndet blieb. Dramatisch die letzte Sekunden: Da erhielten die Gastgeber nach Ablauf der Spielzeit wegen angeblicher Fouls der Panther-Abwehr noch einen allerletzten Spielzug ‚geschenkt‘, doch auch der allerletzte Pass kam nicht an – der Krimi ging weiter, in die Verlängerung.

In der erhalten beide Teams abwechselnd den Ball auf der gegnerischen 25-Yard-Line, wer zuerst mehr Punkte scort, hat gewonnen. Beim ersten Kölner Ballbesitz mussten sich die Falcons nach einer Holdingstrafe mit einem Fieldgoal zufrieden geben, ein Panther-Touchdown hätte den Sieg des krassen Außenseiters bedeutet. Wirklich führte Engelmann die Raubkatzen bis an die 5-Yard-Linie, die Spannung und Anspannung von Spielern, Trainern und Fans war fühlbar. Dreimal wurden die Panther gestoppt und mussten sich mit dem Ausgleich durch Sven Dötter zufrieden geben. „Ich habe noch nie so viel Angst gehabt wie in diesem Moment“, gestand Kölns nachher zum wertvollsten Akteur gekürte Nationalspieler Mentges, dass er die Niederlage schon vor Augen gehabt hatte, „ich habe sogar gebetet. Und sein Cheftrainer Odenthal gab zu: „Als die Düsseldorfer vor der Endzone standen, habe ich mir schon überlegt, was ich meinen Jungs zum Trost sagen kann.“ Daher das ehrliche Fazit des K
ölner Headcoaches: „Wir haben sicherlich eine überragende Saison gespielt, aber heute war es letztlich eine Glückssache, wer gewinnt.“

Und dieses Glück hatten die Gastgeber: Der nächste Panther-Ballbesitz endete nach drei verkorksten plays mit einem – bei diesen Bedingungen nicht machbaren – 57-Yard-Fieldgoal-Versuch. Und die Kölner nutzten in Person ihres US-Runningbacks Stacey Bryant die Gunst der Stunde, um die entscheidenden Punkte zu markieren – grenzenloser Jubel bei den Falken, abgrundtiefe Enttäuschung bei den Panthern. „Wir haben mehr geleistet als uns irgendjemand zugetraut hätte“, tröstete Headcoach Maier seine Spieler. Und Nationalspieler Raphael Llanos-Farfan versicherte als Sprecher der nahezu komplett zum Anfeuern des Nachwuchses nach Köln gekommenen GFL-Mannschaft: „Ihr könnt stolz auf Euch sein, wir sind es jedenfalls“ und beschwor den „Panther Pride“.

Foto: Connie Anderson

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