German Bowl

Deutscher Meister 2011: Schwäbisch Hall Unicorns

Die Schwäbisch Hall Unicorns haben es geschafft: Mit einer „Perfect Season“ holten sie sich am Samstag in Magdeburg beim 33. German Bowl mit einem 48:44-Sieg gegen die Titelverteidiger Kiel Baltic Hurricanes den Titel des deutschen Meisters 2011!

Es war die erwartet spannende und punktreiche Partie, die sich die Unicorns und die Baltic Hurricanes am Samstag in der Magdeburger MDCC-Arena vor 11.711 Zuschauern lieferten. Am Ende hatten die TSG-Footballer aus Hall die Nase knapp aber verdient mit 48:44 vorne. Noch nie in der 33-jährigen Geschichte der Endspiele um die deutsche Footballmeisterschaft wurden so viele Punkte in einem German Bowl erzielt.

Ohne Zweifel standen in Magdeburg die beiden besten Mannschaften der Saison auf dem Platz und zeigten einen Schlagabtausch auf entsprechend hohem Niveau. Von Anfang an wechselte die Führung ständig und das sollte bis eine Minute vor Spielende auch so bleiben. Dabei hatten die Unicorns in der ersten Hälfte durchaus die Chance, sich von den Kielern abzusetzen. Zweimal hatten sie sich innerhalb der Kieler 5-Yard-Linie vier neue Versuche erkämpft, beide Male mussten sie sich dabei aber der starken Hurricanes-Defense geschlagen geben.

Trotz der große Kulisse und der Tatsache, dass die Haller in ihrem German-Bowl-Debüt gegen die Kieler in deren vierten Endspielteilnahme in Folge antreten mussten, zeigten die Unicorns keine Anzeichen von Nervosität. Im Gegenteil spielten sie geradezu frech, wie zum Beispiel bei einem geglückten Onside-Kick bereits im ersten Viertel beim Stand von 14:7 für Hall. Oder mit Halfback-Pass-Spielzügen bei denen sich einmal Quarterback Aaron Boehme als Receiver und ein anderes Mal Dusty Thornhill als Werfer eines Touchdown-Passes auf Felix Brenner auszeichnete.

Head Coach Siegfried Gehrke griff am Samstag also tief in die Spielzugkiste und meinte dazu auf der Pressekonferenz nach dem Spiel:“ Wir wussten, dass Kiel der härteste Gegner dieser Saison werden würde. Da kann man nicht einfach 08/15 spielen.“ Am Ende gebührte auch ihm ein großer Teil des Lobs, das den Hallern gezollt wurde, denn Gehrkes Spielzugauswahl war am Samstag perfekt.

Phasenweise kamen bei den fast 1.000 Fans, die aus Schwäbisch Hall angereist waren die Befürchtung auf, dass es erneut Michael Andrew sein würde, der den TSGlern die Suppe versalzen könnte. Vor einem Jahr war es der englische Runningback, der in Diensten der Dresden Monarchs die Unicorns fast im Alleingang im Viertelfinale aus den Playoffs schoss. Auch am Samstag war er von der Unicorns-Defense nur schwer in den Griff zu bekommen, doch am Ende konnte er keine Punkte für Kiel erzielen. Dafür gelang es Aaron Love gleich viermal einen Tochdown-Pass vom fehlerfrei spielenden Hurricanes-Quarterback Jeff Welsh zu fangen.

Auf Haller Seite brillierte auch beim 16. Sieg in Folge Quarterback Aaron Boehme, der seine große Auswahl an Receivern abwechselnd bediente und später als bester Spieler des 33. German Bowls geehrt wurde. Die Kieler Defense stellte dabei die bislang größte Herausforderung für ihn dar. So kam es auch nicht von ungefähr, dass zwei Boehme-Pässe von Kiel abgefangen wurden. In den 15 Spielen vorher landete nur ein einziger Pass von Boehme beim Gegner.

Nach einem 20:20-Halbzeitstand geriet die zweite Hälfte zur Zitterpartie für beide Seiten. Beim Stand von 27:26 für Kiel mussten sich die norddeutschen Anfang des letzten Viertels mit einem Fieldgoal zum 30:26 zufrieden geben. Sie legten damit den Grundstein dafür, dass sich die Unicorns in der Folge einen leichten Vorsprung erspielen konnten, der am Ende entscheidend sein sollte.

Hochspannung kam auf, als die Hurricanes drei Minuten vor Spielende mit 44:41 in Führung gingen. Hall musste für den Meistertitel nun punkten und dabei möglichst wenig Spielzeit für einen Kieler Gegenangriff auf der Spieluhr zurücklassen. 64 Yards überbrückten sie mit fünf Spielzügen zum 48:44 und nach dem Kickoff hatte Kiel noch 56 Sekunden um die Niederlage abzuwenden. Sie erkämpften sich 62 Yards und spielten bei auslaufender Spieluhr ihren letzten Versuch: Incomplete Pass, der Haller Fanblock Stand Kopf und die Unicorns waren deutsche Meister 2011!

Kiels Head Coach Patrick Esume sagte nach dem Spiel: „Wir haben heute zu viele Fehler gemacht, um dieses Spiel zu gewinnen. Mein Kompliment an Head Coach Siegfried Gehrke für diese Leistung!“. Siegfried Gehrke bedankte sich dafür und gab das Kompliment postwendend zurück: „44 Punkte in einem German Bowl zu machen, ist eine große Leistung. Ihn damit nicht zu gewinnen ist sicher nicht normal.“

Gehrke war mit seinem Team und dessen Einstellung sehr zufrieden: „ Wir waren heute mehrfach in Rückstand geraten. Das kannten wir die gesamte Saison über nicht. Am Ende war es der tolle Teamgeist, der es uns erlaubt hat, diese Situationen zu meistern.“

Gefreut hat sich auch der deutsche Footballverband über das Spiel: „Dieses spannende Spiel, das durch Eurosport live übertragen wurde, war die beste Werbung für unseren Sport“, sagte AFVD-Präsident Robert Huber, der auch die hervorragende Organisation in Magdeburg lobte.

Für die Unicorns geht mit dem erstmaligen Gewinn der deutschen Meisterschaft eine „Perfect Season“ und damit auch die erfolgreichste Saison in der 28-jährigen Vereinsgeschichte zu Ende. Am Montag wird das Team um 17:30 Uhr im Haller Rathaus von Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim empfangen. Danach wird den Fans der Pokal präsentiert und mit Freibier vom Hauptsponsor Haller Löwenbräu auf dem Marktplatz gefeiert.

Text: Axel Streich
Foto: Michael Zelter

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