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Adler entführen Punkte aus dem Panther-Gehege

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Wieder ein Krimi, doch diesmal ohne Happyend für die Gastgeber: Eine Woche nach dem 44:43-Zittersieg gegen Spitzenreiter Kiel Baltic Hurricanes boten die Düsseldorf Panther ihren diesmal 2.213 Zuschauern im Benrather Stadion an der Karl-Hohmann-Straße erneut einen nervenaufreibenden Football-Thriller. Der glückliche Abschluss blieb dem einzigen westdeutschen Team in der German Football League aber diesmal versagt: Die Hauptstädter erkämpften sich im Endspurt einen 31:30 (7:7, 10:13, 0:7, 14:3)-Erfolg.

„Das war ein klares Statement meiner Mannschaft“, strahlte Adler-Cheftrainer Wanja Müller nachher: „Wir sind ja bisher nicht so recht ernsthaft als Topteam wahr genommen worden. Jetzt haben wir bewiesen, dass wir wirklich eine der Spitzenmannschaften der GFL Nord sind – und dort in der Spitzengruppe wollen wir auch bleiben.“ Sein Düsseldorfer Kollege James Jenkins war nach der dritten Saisonniederlage, die den erhofften Sprung auf Platz zwei in weite Ferne rücken lässt, ausgesprochen ratlos: „Ich weiß noch gar nicht, woran es heute gelegen hat“, resümierte der 44-Jährige, „irgendwann schienen wir das Spiel im Griff zu haben, dann haben wir es wieder hergeschenkt. Wir konnten sie nachher einfach nicht mehr stoppen, obwohl die Adler nichts gespielt haben, was uns überrascht hätte. Das muss ich gründlich analysieren.“

Fakt ist: Nach ausgeglichener erster Hälfte mit leichten Vorteilen für die vor allem in der Offensive breiter besetzten Panther kam das Spiel im dritten Viertel irgendwie überhaupt nicht in Schwung. Die Gastgeber erzwangen durch Jason Adjei einen Fumble, den Jens Hoffmann sicherte, aber der Angriff der Düsseldorfer wusste mit der ‚Vorlage‘ der Deckung nichts anzufangen. Dann blieb eine viel versprechende Serie der Berliner punktlos, da Benjamin Scharweit das Fieldgoal aus 40 Yards kläglich versemmelte. Für den zündenden Funken sorgte dann einmal mehr David McCants: Der US-Runningback der Hausherren, der schon vor der Pause zwei kurze Touchdowns erlaufen hatte, zauberte in seiner unnachahmlichen Art einen 45-Yards-Lauf zum 27:17 hin – viele glaubten an eine Vorentscheidung.

Doch auch nach Sven Missbachs Fieldgoal zum 30:17 gaben sich die Berliner nicht geschlagen. „Kämpfen, kämpfen, immer weiter kämpfen, das ist der Charakter unserer Mannschaft“, erklärte Berlins Assistenzcoach und Ex-Rhein-Fire-Profi Richard Yancy nachher schlicht. Die Adler-Offense mit Quarterback Alex Good und Wide Receiver Conrad Meadows als ‚Fast-Alleinunterhalter‘ ließ sich einfach nicht stoppen, auf der anderen leisteten sich Panther-Spielmacher Robert Demers und Co. im Passspiel immer wieder dumme Fehler. So scorte der Tabellenzweite zweimal im Schlussviertel, 111 Sekunden vor dem Ende gingen die Gäste mit 31:30 in Führung.

Das Stadion verstummte – erwachte aber noch einmal zum Leben. Erst legte McCants einen tollen Kick-off-Return hin, dann bediente Demers nach drei vermasselten Pässen im vierten Versuch ‚Oldie, but Goldie‘ Estrus Crayton maßgerecht, der mit dem Ball bis in Fieldgoal-Reichweite an die 17-Yard-Linie sprintete. Nach zwei kurzen Läufen trat Sven Missbach zum potenziell siegbringenden Kick an – der aus 22 Yards zum Entsetzen der Düsseldorfer Spieler, Trainer und Fans links an den Goalpostst vorbeisegelte und den keineswegs unverdienten Sieg der Adler zementierte. „Es lag nicht an dem letzten Kick“, tröstete Abwehrrecke Pascal Hohenberg den unglücklichen Schützen, „wir haben alle im gesamten Spiel zu viele Fehler gemacht.“ Was auch Robert Demers so sah: „Wir haben übers ganze Spiel hinweg unsere Chancen nicht genutzt, auch ich trag eine gehörige Mitschuld.“ Um die kleine verbliebene Möglichkeit auf Rang zwei in der Endabrechnung und das damit verbundene Heimrecht fürs Viertelfinale zu wahren, dürfen sich die Panther nach der kleinen, dreiwöchigen Spielpause in den sechs noch ausstehenden Partien keinen weiteren Ausrutscher mehr leisten.

Das Spiel im Überblick
Düsseldorf Panther – Berlin Adler 30:31 (7:7, 13:10, 7:0, 3:14)
2.213 Zuschauer im Benrather Stadion an der Karl-Hohmann-Straße
7:0 David McCants 2-Yard-Lauf, PAT Sven Missbach (5:48 Minuten gespielt)
7:7 Clemens Niepagen, 2-Yard-Lauf, PAT Benjamin Scharweit (9:04)
7:10 Benjamin Scharweit 25-Yard-Fieldgoal (16:32)
13:10 Marcus Jaeger, 31-Yard-Pass von Robert Demers, (19:15)
13:17 Conrad Meadows, 10-Yard-Lauf, PAT Benjamin Scharweit (21:14)
20:17 David McCants, 1-Yard-Lauf, PAT Sven Missbach (23:49)
27:17 David McCants, 45-Yard-Lauf, PAT Sven Missbach (33:04)
30:17 Sven Missbach, 33-Yard-Fieldgoal (37:28)
30:24 Alex Good, 3-Yard-Lauf, PAT Benjamin Scharweit (40:49)
30:31 Alex Good 2-Yard-Lauf, PAT Benjamin Scharweit (46:09)

Text: Jürgen Nitsch
Fotos: Stefan Mörkels

 

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