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Pikes haben das Glück des Tüchtigen erarbeitet

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Einen Footballkrimi wie er spannender nicht hätte sein können, lieferten sich die Kaiserslautern Pikes in ihrem GFL2-Heimspiel am Samstag gegen Frankfurt Universe. Dass die Gastgeber die Partie mit einem 38-Yard-Fieldgoal von Valentino Stevens das Feld mit mit 23:21 als Sieger verlassen durften, war ihrer außerordentlichen Willenskraft und dem Glück des Tüchtigen zu verdanken. Mit dem Heimerfolg sind die Pikes in der Liga auf Platz zwei vorgerückt und stehen nur einen Punkt hinter den Allgäu Comets. Der Spitzenreiter hat sein Heimspiel gegen die Darmstadt Diamonds ebenfalls gewonnen.

Die Partie Pikes gegen Universe war von Beginn an nervenaufreibend und hart umkämpft. Frankfurt Universe brachte die ersten Punkte auf die Anzeigetafel. Gleich in der ersten Serie komplettierte Quarterback John Rock einen 35-Yard-Pass auf Drew Mazyck zum 6:0 (Extrapunkt daneben). Die Pikes antworteten mit einem Touchdown durch Greg Cross zum 7:6. Im zweiten Viertel baute Runningback Eric Walton mit einem Lauf die Führung für die Lauterer auf 14:6 aus. Danach nahm Frankfurt das Heft punktemäßig in die Hand und ging durch zwei Touchdowns in Führung. Patrick Trumpfheller erzielte noch vor der Pause den Ausgleich (Two-Point-Conversion: Brian Berry). Mitte des dritten Viertels brachte Universe-Quarterback John Rock die Gäste mit 21:14 in Front.
Doch über weite Strecken der Partie bestimmten die Abwehrreihen auf beiden Seiten die Partie. Universe schaffte es, Druck gegen das starke Laufspiel der Pikes zu erzeugen. Auf der anderen Seite machten die Pikes dem Frankfurter Quarterback John Rock das Leben schwer, der des Öfteren auf der Flucht war. Stellvertretend dafür standen die Sacks der beiden Linebacker Brian Watkins und Kamil Mazur.
Die Schlussphase des Spiels dürfte den etwa 1200 Zuschauern am Lauterer Schulzentrum Süd, darunter etwa 400 Frankfurter Anhänger, noch lange in Erinnerung bleiben. Pikes-Quarterback Greg Cross verkürzte zum 20:21. „Wir hatten vorher schon entschieden, dass wir für zwei gehen“, erläuterte Pikes- Cheftrainer Jason Nowlin seine Entscheidung, mit einer Two-Point-Conversion auf Sieg zu spielen und sich nicht mit einem möglichen Unentschieden zufriedenzugeben. Doch nach etlichen Unterbrechungen aufgrund einer Flagge gegen die Pikes und zwei gegen Frankfurt stoppte Universe den Versuch und bejubelte den sicher geglaubten Sieg frenetisch.
Doch die Gäste hatten die Rechnung ohne die Lauterer gemacht. Mit einem Onside Kick klammerten sich die Pikes an den letzten Strohhalm und hatten das Glück des Tüchtigen auf ihrer Seite. Der Kickoff sprang günstig über den ersten Universe-Spieler hinweg und Pikes-Runningback Eric Walton sicherte das „Ei“ geistesgegenwärtig für die Pikes. Da war der Sieg für die Gastgeber wieder greifbar nahe. Angeführt
Moritz Kircher (Vorstandsmitglied für Pressearbeit) Fontanestraße 13, 67661 Kaiserslautern Tel.: 0163 9683501, vorstand@pikesnet.de www.pikesnet.de
von Greg Cross kamen die Pikes zwei Sekunden vor Ende der Partie an die Frankfurter 20-Yard-Linie, wo sie Aufstellung für ein Fieldgoal nahmen. „Ich wusste, dass Valentino locker 45 Meter im Fuß hat“, so Jason Nowlin, der absolutes Vertrauen in seinen Kicker äußerte. Dieser enttäuschte seinen Trainer nicht und jagte das „Ei“ genau zwischen die beiden Torpfosten. Das Spiel war gewonnen, und grenzenloser Jubel brauch aus unter den 800 Pikesfans.
Unschön war jedoch die Szene, die sich beim Abklatschen der Teams an der Mittellinie ereignete. Während die Fans beider Lager friedlich darauf warteten, ihren „Helden“ zu applaudieren, lieferten sich einige wenige Spieler beider Teams heftige Wortgefechte. Dass es nicht zu einem Handgemenge kam, war der besonnenen Reaktion der deutlichen Mehrzahl der Akteure auf beiden Seiten zu verdanken, die die Streithähne voneinander trennten. Universe-Cheftrainer Markus Grahn konzentrierte sich in seinen Aussagen auf den sportlichen Aspekt der Partie. „Es gibt beim Football keine fairen Ergebnisse“, antwortete er auf die Frage, ob ein Unentschieden der Leistung beider Mannschaften angemessen gewesen wäre. „Wer mehr Punkte macht, hat verdient gewonnen“, gratulierte er den Pikes, deren Cheftrainer kommentierte: „Was nach dem Spiel passiert ist, war sehr enttäuschend, egal wer angefangen hat.“
Schon vor dem Kickoff hatte sich angedeutet, dass es ein kurioser Tag werden könnte. Die Partie begann mit mehr als einstündiger Verspätung, weil beide Teams nur weiße Trikots zur Verfügung hatten. Da die Unterscheidung durch die lila (Universe) und roten (Pikes) Farbelemente dem Hauptschiedsrichter nicht ausreichte und Frankfurt keine Auswärtstrikots dabei hatte, mussten die Pikes kurzerhand ihre Übungstrikots vom Trainingsgelände holen, um sie den Gästen zur Verfügung zu stellen. Dass dabei nur 35 Trikots für 38 Spieler im Universe-Kader zusammen gekratzt werden konnten, mag eine Schwächung für die Gäste gewesen sein. Markus Grahn wollte es aber nicht darauf zuspitzen. „Klar, haben drei Leute in der Rotation gefehlt. Aber ich weiß nicht, ob das spielentscheidend war“, sagte er. Auf Seiten der Pikes wollte Jason Nowlin die Entscheidung des Hauptschiedsrichters nicht kritisieren. „Ich hätte kein Problem damit gehabt, wenn Frankfurt in seinen Trikots gespielt hätte“, sagte er. „Aber ich kann auch den Schiedsrichter verstehen, der sich lediglich an die Spielordnung gehalten hat.“ 

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