German Bowl

Unicorns verteidigen den Titel!

Dis Schwäbisch Hall Unicorns haben es geschafft: Im Berliner Friedrich-Ludwig-Jahn Sportpark verteidigten sie am Samstag vor 11.000 Zuschauern ihren Titel als deutscher Meister mit einem 56:53-Erfolg gegen die Kiel Baltic Hurricanes! Halls Quarterback Jake Spitzlberger wurde als bester Spieler des 34. German Bowls geehrt.

Nach dem 33. Geman Bowl im vergangenen Jahr glaubte man, dass ein spannenderes Finale um die deutsche Footballmeisterschaft nicht geben könnte. Die Schwäbisch Hall Unicorns und die Kiel Baltic Hurricanes straften am Samstag diesen Gedanken Lügen. Wieder standen sich die zwei derzeit besten deutschen Footballteams gegenüber und wieder boten sie sich eine erbitterte Angriffsschlacht in der am Ende mit 109 erzielten Punkten erneut ein neuer German-Bowl-Rekord aufgestellt wurde.

War es 2011 der phasenweise freche Auftritt der damaligen German-Bowl-Neulinge aus Schwäbisch Hall, der viele überrascht hatte, so zeigten sich die Titelverteidiger in diesem Jahr besonders willensstark und in entscheidenden Situationen geradezu abgebrüht.

In der ersten Hälfte sahen die 11.000 Zuschauer, unter denen sich 1.000 aus Hall angereiste Fans und ihr Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim befanden, den erwarteten Schlagabtausch zweier Spitzenteams. Die Unicorns erspielten sich Anfang des zweiten Viertels eine 17:7-Führung, lagen eine Minute vor der Pause aber mit 20:24 zurück. Mit dem Halbzeitpfiff war es aber das auch an diesem Tag überragende Haller Duo „Spitz & Fritz“, das die TSGler wieder in Führung brachte: Ein riskanter 3-Yard-Pass von Jake Spitzlberger auf Fritz Waldvogel (PAT Thomas Rauch) im letzten Versuch wurde mit der 27:24-Halbzeitführung belohnt.

Beide Teams mussten im Lauf des Spiels heikle Verluste hinnehmen. Bei den Unicorns verletzten sich mit Defense Tackle Paul Nishizaki und Linebacker Daniel Emmanuel im zweiten und dritten Viertel zwei der besten Verteidiger. Kiel verlor zunächst ihren Center Oliver Beeck durch einen Platzverweis und Ende des zweiten Viertels verletzte sich ihr Top-Angreifer Trevar Deed.

Dessen ungeachtet gelang es den Norddeutschen aber genau jetzt, das Spiel zu ihren Gunsten zu drehen. Bis kurz vor Ende des dritten Viertels hatten sie sich einen 15-Punkte-Vorsprung (45:30) erspielt. Die Stimmung im Haller Lager kühlte merklich ab und viele sahen die Felle der Unicorns davon schwimmen. Doch die TSGler zeigten nun, was sie neben der rein sportlichen Leistung in den letzten Jahren mehr und mehr auszeichnete: Teamgeist und Vertrauen in das eigene Leistungsvermögen.

Mit einem 46-Yard-Pass von Spitzlberger auf Felix Brenner (CON Marcel Pletty) kamen die Schützlinge von Head Coach Siegfried Gehrke 30 Sekunden vor dem letzten Seitenwechsel auf 38:45 heran und leiteten damit die spannungsgeladene Endphase des Spiels ein. Kiel konterte mit einem Pass von Jeff Welsh auf Plipp Dohrendorf (CON Philipp Jareschewski) zum 53:38. Ein erneuter Tiefschlag für die Unicorns, den sie aber in Form eines 56-Yard-Passes von Spitzlberger auf Waldvogel (PAT Rauch) zum 45:53 wegsteckten.

In der Folge stoppte eine starke Haller Defense ihre Herausforderer ohne Punkterfolg und Hall bekam fünf Minuten vor Schluss den Ball an der eigenen 8-Yard-Linie. Die 92 Yards zur Kieler Endzone überbrückten die Titelverteidiger souverän mit sechs Spielzügen. Den letzten davon besorgte der später zum besten Spieler des 34. German Bowls gewählte Jake Spitzlberger (CON Aurieus Adegbesan) zum 53:53-Ausgleich im Alleingang und der Berliner Jahn-Sportpark stand Kopf!

Kiel hatte nun noch 2:30 Minuten Zeit, das Spiel für sich zu entscheiden. Doch die Haller Defense ließ nicht mehr als drei unvollständige Hurricanes-Pässe und im letzten Versuch einen Befreiungskick zu. Wieder kamen die Unicorns in Ballbesitz, ohne dass Kiel Punkte sammeln konnte, diesmal an der eigenen 10-Yard-Linie.

40 Sekunden vor dem Ende standen die Unicorns mit einem vierten Versuch an der Kieler 30-Yard-Linie und Head Coach Siegfried Gehrke entschied sich für einen Fieldgoal-Versuch. Sein Vertrauen in Kicker Thomas Rauch wurde belohnt: Über 47 Yards segelte der Ball zum 56:53-Endstand zwischen den Torstangen hindurch! In den verbleibenden 29 Spielsekunden jagten Thomas Rauch und Simon Brenner den Kielern sogar noch den Ball ab und sicherten damit endgültig den erfolgreichen Abschluss der Haller Mission „Titelverteidigung“.

Nach dem Spiel sagten die beiden Cheftrainer des 34. German Bowl auf der Pressekonferenz folgendes:

Patrick Esume (Kiel Baltic Hurricanes): „Schwäbisch Hall ist verdient Meister geworden. Sie haben die Big Plays in Punkte umwandeln können. Natürlich ärgert es mich, dass wir nach einen 15-Punkte-Vorsprung verloren haben. Vor ein paar Minuten hat die neue Saison begonnen und ich bin mir sicher, dass wir im Finale 2013 Hall wieder sehen werden.“

Siegfried Gehrke (Schwäbisch Hall Unicorns): „Der Ablauf des Spiels ist nicht unbedingt anders, als erwartet verlaufen. Wir mussten etwas riskieren. Ich kann den Hurricanes nur meinen Respekt aussprechen. Wir lagen auch 10 Punkte zurück und es war eine ganz hervorragende Arbeit der Kieler, wie sie sich wieder nach vorne gekämpft haben.

Siegfried Gehrke auf die Frage, ob die Titelverteidigung schwerer war, als der erste Meistertitel: „Auf jeden Fall war die erste Meisterschaft einfacher. Wir konnten noch unbedarfter in das Endspiel gehen. Die Zuschauer haben uns emotional sehr geholfen, auch wenn es in der Teamzone lauter als normal war und das Zurückkämpfen im dritten Viertel ganz besonders schwer war.“

Die Punkte für Hall erzielten: Jake Spitzlberger (12), Thomas Rauch (16), Aurieus Adegbesan (8), Fritz Waldvogel (12), Felix Brenner (6) und Marcel Poletty (2)

Zuschauer: 11.000

Viertelergebnisse: 10:7 / 17:17 / 11:21 / 18:8 / Final: 56:53

Alle Punkte:
7:0 – Jake Spitzlberger – 17 Yard Lauf (PAT Thomas Rauch)
10:0 – Thomas Rauch – 47-Yard Fieldgoal
10:7 – Trevar Deed – 80 Yard Lauf (PAT Julian Dohrendorf)
17:7 – Aurieus Adegbesan – 22 Yard Pass von Jake Spitzlberger (PAT Thomas Rauch)
17:14 – Julian Dohrendorf – 63 Yard Pass von Jeff Welsh (PAT Julian Dohrendorf)
17:17 – Julian Dohrendorf – 20 Yard Fieldgoal
20:17 – Thomas Rauch – 23 Yard Fieldgoal
20:24 – Trevar Deed – 21 Yard Lauf (PAT Julian Dohrendorf)
27:24 – Fritz Waldvogel – 3 Yard Pass von Jake Spitzlberger (PAT Thomas Rauch)
27:31 – Lansana Teuber – 60 Yard Interception Return (PAT Julian Dohrendorf)
30:31 – Thomas Rauch – 21 Yard Fieldgoal
30:38 – Julian Ampaw – 1 Yard Lauf (PAT Julian Dohrendorf)
30:45 – Aaron Love – 9 Yard Pass von Jeff Welsh (PAT Julian Dohrendorf)
38:45 – Felix Brenner – 46 Yard Pass von #4 Jake Spitzlberger (CON Marcel Pollety)
38:53 – Julian Dohrendorf – 26 Yard Pass von Jeff Welsh (CON Philipp Jareschewski)
45:53 – Fritz Waldvogel – Pass von Jake Spitzlberger (PAT Thomas Rauch)
53:53 – Jake Spitzkberger – 5 Yard Lauf (CON Aurieus Adegbesan)
56:53 – Thomas Rauch – 47 Yard Fieldogal

Text: Axel Streich
Fotos: Stefan Mörkels – Flickr

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