Cologne Falcons

Robert Demers zurück in Düsseldorf

Plötzlich stand da ein Überraschungsgast beim Panther-Training: In Jeans und dunkelgrauer langer Jacke, auf dem Kopf eine blau-grau-gelb gestreifte Pudelmütze trotzte er der unaprilhaften eisigen abendlichen Kälte. „Ja, ich komm jetzt wieder öfter hierher“, sagte Robert Demers schlicht und kündigte an, dass er künftig seine Freizeitjacke wieder gegen Schulterpads und Trikot und die warme Mütze wieder gegen den schwarzen Helm eintauschen werde. „Den hatte ich zum Glück noch nicht neu beklebt“, betonte der 22-jährige Rückkehrer nach Düsseldorf. Noch nicht mit einem anderen Logo als den Panther-Schwingen, meint er.

Zur Erinnerung: Im vergangenen Dezember hatte Robert nach zehn Jahren die Panther verlassen. Zehn Jahre, in denen er mit den Düsseldorfern erst als ‚Flaggie‘ mit dem Football angefangen, zwischenzeitlich drei Jugendmeistertitel geholt und seit 2010 die erste Mannschaft erst in die GFL und dann bis ins deutsche Halbfinale geführt hatte, endeten kurz vor Weihnachten. Er wechselte rheinaufwärts zu den Falcons, in die für Düsseldorfer ‚eigentlich verbotene‘ Stadt, dorthin, wo er Wirtschaft studierte. „Es war an der Zeit, mal etwas Neues zu probieren“, erklärt Robert jetzt mit leichtem Schmunzeln – und Hintergedanken. Denn nicht nur sportlich, sondern auch in seinem Studium und seinem Privatleben änderte sich eine Menge.

Die sportliche Erfahrung fand (und findet) Demers durchaus positiv: „Alle Spieler hatten mich sehr positiv aufgenommen und das Wintertraining von (Athletic Coach) Arne (Greskowiak) war wirklich großartig“, unterstreicht er, „ich bin topfit.“ Trotzdem vermisste er ‚seine‘ Panther: „Es war nicht schlecht da, aber es war anders.“ Den letzten Ausschlag zur Rückkehr gaben schließlich die außersportlichen Aspekte: Vor allem die in den vergangenen Wochen immer unübersichtlichere wirtschaftliche und organisatorische Situation beim Erstliga-Aufsteiger. Roberts knallhartes Fazit: „Wir Spieler sind die ganze Zeit nur belogen worden, keiner hat uns die Wahrheit über die Lage des Vereins erzählt. Es war ein krasser Fehler, all den Versprechungen zu glauben.“

So wurde für ihn immer klarer, dass er zurück wollte, zurück nach Düsseldorf. „Hier weiß ich, was ich habe, hier habe ich mich immer wohl gefühlt“, gesteht der Wieder-Panther, der auch ohne Nationalmannschafts-Einsätze als der beste deutsche Quarterback gilt. Leicht philosophisch-versonnen fügt er hinzu: „Manchmal weiß man erst, was man hatte, wenn man es nicht mehr hat.“ Nach einigen Gesprächen mit Headcoach Cliff Madison entschied er sich zur Rückkehr – obwohl der oberste Panther-Bändiger dem vorherigen Starting Quarterback klar machte, dass er als Spielmacher Nummer drei in die Saison 2013 gehen wird.

Außer US-Quarterback Tracy Ryan, der Ende der Woche in Düsseldorf erwartet wird, gibt Madison auch Manuel Engelmann, dem früheren Spielmacher Nummer zwei, den Vorzug vor dem Nicht-Mehr-Falcon Demers. Der erkennt ohne zu zögern an: „Manuel hat sich diese Position verdient.“ Und gewinnt seiner neuen Rolle als ‚Back-up‘ sogar das Beste ab: „Vielleicht es sogar positiv für mich, dass nicht mehr der Druck auf mir lastet. Ich muss jetzt nicht das Team führen, stehe nicht mehr im Mittelpunkt, das ist okay, das gibt mir mehr Ruhe.“

Dass er diese Ruhe nutzen will, um sich auf sein „mehr in Richtung Sozialwissenschaften“ neu orientiertes Studium zu konzentrieren, wird niemanden überraschen, der Robert kennt. Genauso wie sich alle darauf verlassen können, dass andererseits aber sein unbändiger Ehrgeiz und Siegeswille derzeit nur eine Pause haben. „Ich sehe diese Saison als ein Lehrjahr, ein Zwischenjahr“, sagt Robert, der zugibt, dass „ich mich erst mal in das mir noch völlig unbekannte neue System einarbeiten muss.“ Niemand zweifelt daran, dass er sich das schnell aneignen und bald – egal in welcher Rolle – wieder ein wichtiger Teil des Panther-Teams sein wird. „Jedenfalls haben wir uns alle gefreut, dass er wieder da ist“, sagt Team-Captain Raphael Llanos-Farfan stellvertretend für die anderen Raubkatzen.

Text: Jürgen Nitsch

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