Berlin Adler

Berlin Adler gewinnen letztes Saisonspiel

Backup-QB Felix Reiß

Das GFL-Team der Berlin Adler gewinnt das letzte Vorrundenspiel gegen die Düsseldorf Panther mit 34:20 (7:7, 13:0, 7:0, 7:13) und beendet die Saison 2014 mit einer ausgeglichenen Bilanz.

Die Seitenlinien der Teams hatten sich vor dem Aufeinandertreffen der beiden Traditionsvereine am Sonntag merklich gelichtet, die Saison war lang und kräftezehrend. Beide Mannschaften begannen das Spiel mit nur 36 Spielern. Die Adler erhielten nach gewonnener Seitenwahl zuerst den Ball, mussten diesen aber im Mittelfeld mittels Punt wieder abgeben. Auch der Angriff der Gäste hatte sich noch nicht gefunden. Kurz vor der Red Zone der schwarz/gelben bediente Düsseldorfs Quarterback Manuel Engelmann nicht den eigenen Receiver, sondern warf stattdessen Defensive Back Kevin Kus den Ball in die Arme, der so zu seiner dritten Interception in dieser Saison kam. Nur eine Minute später warf Adler-Quarterback Darius Outlaw einen tiefen Pass auf Receiver Glenn MacKay, der auf seinem Sprint über 81 Yards bis zur Endzone nicht zu stoppen war. Den PAT erzielte Marlek Breitenbach, einer der vielen ehemaligen Adler-Jugendspieler, die an diesem Tag zum Einsatz kamen.

Auch wenn die Gäste im ersten Viertel den Ball für gut neun Minuten in ihren Reihen behielten, mehr als der einmalige Ausgleich gelang ihnen nicht. Mitte des zweiten Spielabschnittes gingen die Gastgeber erneut in Führung. Die # 1 der Adler erzielte mit einem Lauf über vier Yards seinen neunten Lauftouchdown in dieser Saison. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit kam Tight End Nicolai Schumann zu seinen ersten Saisonpunkten, der PAT nach dem 20.Touchdownpass von Darius Outlaw wurde geblockt. Mit einem 20:7 aus Sicht der Gastgeber verabschiedeten sich beide Teams in die Halbzeitpause.

Für den Starting Quarterback der Adler war es der letzte erfolgreiche Pass in dieser Saison, denn die zweite Spielhälfte gehörte allein Felix Reiß. Die # 10 der Adler, auch ein Eigengewächs, wusste vor allem im Zusammenspiel mit einem weiteren ehemaligen Spieler der Adler-Jugend zu gefallen. Wide Receiver Vincent Beaujean, zum Saisonende der GFL-Juniors zum GFL-Team gewechselt, zeigte dem Berliner Publikum seine Vielseitigkeit. Hatte die # 39 in der B-Jugend noch als Running Back begonnen, wechselte er in der Adler-Jugend die Seite und wurde hauptsächlich als Linebacker eingesetzt. Die Personalnot im Laufangriff der Adler-Jugend veranlasste Offense Coordinator Daniel Kiffner in der zweiten Saisonhälfte 2014, Vincent wieder als Running Back einzusetzen. Am Sonntag fing dieser als Wide Receiver sieben Pässe. Da es sich dabei fast ausschließlich um kurze oder seitliche Pässe handelte, macht die erzielten 98 Yards zu einer herausragenden Leistung für einen Neuling in der GFL.

Vincent Beaujean war nicht die einzige Anspielstation für den Backup-QB der Adler. Im stetigen Wechsel mit den Läufen von Running Back Cedric Macia, der schon angeschlagen in die Partie ging, komplettierte Felix Reiß neun von elf Pässen für 117 Yards und zwei Touchdowns. Glenn MacKay zum 27:7 im dritten Viertel und Talib Wise zum 34:7 im Schlussabschnitt trugen sich in die Scorerliste ein. Die PAT erzielte jeweils wieder Marlek Breitenbach.

Wesentlich zäher verlief die zweite Spielhälfte für die Verteidigung der Adler. Wie bereits im ersten Viertel nahmen die Gäste mit ihren Angriffsserien viel Zeit von der Uhr, während die Offense der Adler verhältnismäßig schnell abschloss. Für die gesamte Verteidigung der Adler bedeutete dies am Ende einer langen und harten Saison nochmal einen Kraftakt. Dass die Luft aus dieser Spielzeit schon raus war, machte sich gerade im Schlussabschnitt bemerkbar, in dem der Tabellenletzte noch zwei Mal zu Punkten kam und über 10 Minuten den Ball bewegen konnte. Wide Receiver Yannick Baumgärtner und der Quarterback der Gäste verkürzten zum 20:34-Endstand aus Sicht der Gäste.

Das GFL-Team der Adler beendete die Saison 2014 mit einem Sieg, der keinen wirklich froh stimmen konnte. Die Niederlage gegen die Cologne Falcons am vorvergangenen Sonntag, die gleichzeitig das erste Vorrundenaus seit 2006 bedeutete, machte das letzte Spiel des Jahres aber bereits zu einem ersten Test für das kommende.

Jörg Mackenthun, Defensive Coordinator Düsseldorf Panther: „Ich muss der Mannschaft zu Gute halten, dass wir auf gar keinen Fall aufgehört hatten zu spielen. Es ist immer alles möglich. Bei uns war komischerweise im zweiten Viertel der Stecker gezogen, da ging offense- und defensemäßig gar nichts mehr zusammen. Da ist Berlin weggezogen. Sie haben ihre Chancen genutzt und wir haben sie nicht gemacht.“

Eric Schramm, Sportlicher Direktor Berlin Adler: „Wir sind mit einem Sieg hier raus gekommen, besser als letzte Woche. Wir haben auch die Chance genutzt, Leuten die aus unserer Jugend raus gekommen sind, Spielzeit zu geben. Ein paar haben sich in den Vordergrund gespielt. Einige andere, die zwar nicht den Ball in der Hand hatten, haben so etwas Luft schnuppern können in der GFL. Ich denke das war produktiv.“

Johnny Schmuck, Offensive Coach Berlin Adler: „Alles in allem war das heute ein versöhnlicher Abschluss der Saison. Unsere Backups haben heute eine Chance bekommen, sich für die nächste Saison zu empfehlen. Man muss zusehen, dass man aus den minimalen Reps, die man kriegt, das Optimale rausholt. Das haben heute einige geschafft. Da ist ein Vincent Beaujean positiv hervorzuheben, der einfach ein super Spiel gemacht hat. Felix Reiss als Backup Quarterback, nicht oft dieses Jahr die Chance gehabt, aber auch er hat das Beste aus seinen Möglichkeiten gemacht. Auch defensiv gab es noch ein paar Leute. Dadurch hatte das Spiel für uns auch noch einen sportlichen Wert. Mal abgesehen davon, dass wir uns nicht vorhalten lassen wollten, dass Düsseldorf den einzigen Sieg gegen den Eurobowl Champion holt.“

Foto: frtp.de / Dannhaus

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