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Schwäbisch Hall Unicorns kämpfen sich in’s Finale

#32 Marcus Sims

Trotz vieler Fehler gelang den Schwäbisch Hall Unicorns am gestrigen Samstag im Haller Hagenbachstadion ein 33:27-Erfolg gegen die starken Dresden Monarchs. Damit erreichen sie nach 2011 und 2012 zum dritten Mal das Endspiel um die deutsche Meisterschaft.

Viel Licht und viel Schatten präsentierten die Schwäbisch Hall Unicorns am Samstag den 2.500 Zuschauern – darunter knapp 200 aus Dresden – im Haller Hagenbachstadion. Am Ende durften sie einen 33:27-Erfolg und den dritten German-Bowl-Einzug in der Haller Vereinsgeschichte feiern. Das hatten sie auch der Tatsache zu verdanken, dass die den Hallern ebenbürtigen Gäste die Haller Fehler nicht konsequent genug für sich nutzten.

Zum Haare raufen aus Sicht der Haller Fans gestaltete sich besonders die erste Halbzeit der Halbfinalpartie. So verlor Marcus Sims bereits im ersten Spielzug den Ball an die Gäste und wenig später rutschte Will Powell beim Versuch einen Befreiungskick der Monarchs zu retournieren zwei Yards vor der eigenen Endzone aus. Diese Fehler merzte dann zunächst Marcus Sims mit einem 80-Yard-Lauf zum 6:0 aus. Zum Start ins zweite Viertel unterlief Powell beim nächsten Puntreturn ein weiterer Patzer und er überließ den Monarchs den Ball an der Haller 12-Yard-Linie.

Aber auch diese Einladung nutzten die Sachsen nicht. Trevar Deed verlor den Ball an Halls Simon Brenner. Die Haller mussten ihn unter anderem wegen einem großen Raumverlust durch eine verunglückten Ballabgabe aber wieder an die Gäste abgeben. Sieben Sekunden vor dem Halbzeitpfiff nutzten die Monarchs diesen Ballbesitz zu einem Pass von Jeff Welsh auf den am Samstag besten Dresdener Passempfänger Guilliaume Rioux zum 14:6 (PAT Jan Hilgenfeldt).

Die Unicorns-Defense war mit einer starken Leistung dafür verantwortlich, dass die Gäste trotz der Haller Fehler nicht weiter davon ziehen konnten. Da in der Pause aber klar wurde, dass mit Thomas Rauch und Eddie Rascon die zwei besten Haller Linespieler für den Rest des Spiels verletzt ausfallen würden, verbreiteten sich im Haller Lager keine guten Gefühle. Die Schützlinge von Defense Coordinator Andreas Wengertsmann straften aber alle Pesimisten Lügen.

Die Haller Verteidiger legten die Grundlage für ein von den Unicorns dominiertes drittes Viertel, allen voran Allrounder Rocky Ciasulli, der einen Welsh-Pass abfangen konnte. Zwei Sims-Touchdowns und eine Conversion von Powell sorgten für das 20:14, mit dem man ins letzte Viertel ging.

Dies sollte sich dann bis zur letzten Sekunde extrem spannend gestalten. Deed und Hilgenfeldt brachten Dresden mit 21:20 wieder in Führung, bevor Marcus Sims zum zweiten Mal an diesem Tag den Ball an den Gegner verlor. Ein weiteres Mal hielt die Haller Defense und Will Powell gelang nun ein Puntreturn über 90 Yards zum 26:21. Vier Minuten vor Schluss fing Cody Pastorino einen weiteren Welsh-Pass ab und kurz darauf konnte Sims seinen vierten Touchdown an diesem Nachmittag zum 33:21 (PAT Felix Brenner) markieren. Dresden konterte eine Minute vor dem Abpfiff mit einem weiteren Touchdown von Rioux zum 33:27.

Hall hätte nun mit vier Versuchen die Zeit auslaufen lassen können, Marco Ehrenfried ging aus Sicht der Schiedsrichter beim zweiten Versuch aber zu langsam aufs Knie und so blieb den Monarchs nun ein letzter Spielzug. Wie im German Bowl 2011, als Jeff Welsh noch für Kiel aktiv war, warf er einen langen Pass in die Haller Endzone, der das Spiel hätte entscheiden können. Dort war aber Bruno Michitti zur Stelle und sicherte den Haller Erfolg.

Ein erleichterter Halle Headcoach Siegfried Gehrke sagte nach dem Spiel: „Wir haben heute deutlich mehr Fehler als in den Spielen davor gemacht. Da spielte sicher auch die Nervosität eine gewisse Rolle. Kompliment an mein Team, das den Rückstand in der zweiten Hälfte aufholen und die Führung bis zum Schluss verteidigen konnte.“ Zum Duell der beiden Runningbacks Marcus Sims und Trevar Deed meinte Gehrke: „Marcus hat mit vier Touchdowns wieder ein überragendes Spiel gemacht und unser Spielplan gegen Deed ist aufgegangen. Ganz stoppen kann man solche Spieler nie, aber die gefürchteten Breakeaways von Deed konnten wir verhindern.“

Die Unicorns treten am 11. Oktober in Berlin zum Endspiel gegen die Braunschweig New Yorker Lions an. Diese spielen in diesem Jahr bislang eine perfekte Saison ohne Niederlage und bezwangen gestern die Cologne Falcons im zweiten Halbfinale überdeutlich mit 52:3.

Die Punkte für Hall erzielten: Marcus Sims (24), Will Powell (8) und Felix Brenner (1).

Zuschauer: 2.500

Viertelergebnisse: 6:7 / 0:7 / 14:0 / 13:13 / Final: 33:27

Alle Punkte:
06:00 – Marcus Sims – 80-Yard-Lauf (PAT missed)
06:07 – Tyson Garnham – 45-Yard-Pass von Jeff Welsh (PAT Jan Hilgenfeldt)
06:14 – Guilliaume Rioux – 27-Yard-Pass von Jeff Welsh (PAT Jan Hilgenfeldt)
14:14 – Marcus Sims – 15-Yard-Lauf (CON Will Powell)
20:14 – Marcus Sims – 24-Yard-Lauf (PAT missed)
20:21 – Trevar Deed – 14-Yard-Lauf (PAT Jan Hilgenfeldt)
26:21 – Will Powell – 90-Yard-Punt-Return (CON failed)
33:21 – Marcus Sims – (PAT Felix Brenner)
33:27 – Guilliaume Rioux – 14-Yard-Pass von Jeff Welsh (CON failed)

Text: Axel Streich
Foto: Manfred Löffler

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