German Bowl

Bittere Niederlage für die Unicorns im Finale

Pokalübergabe an die Schwäbisch Hall Unicorns

12.500 Zuschauer waren am Samstag zum 36. German Bowl in den Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark gekommen. Sie sahen eine sehr einseitige Partie, in der sich die Braunschweig NewYorker Lions mit einem 47:9-Sieg gegen die Schwäbisch Hall Unicorns ihre neunte Deutsche Meisterschaft sicherten.

Viele Footballfans hatten darauf gehofft, dass die Unicorns im German Bowl mit den hochfavorisierten Braunschweig NewYorker Lions zumindest mithalten und für ein spannendes Spiel sorgen können. Auch die Unicorns selbst waren zuversichtlich nach Berlin gefahren, zumal es für sie in dieser Partie nichts zu verlieren gab. Es sollte aber bei der Hoffnung bleiben, denn die Niedersachsen trumpften im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark äußerst dominant auf, legten mit einem sehr starken zweiten Viertel den Grundstein für ihren neunten Meistertitel und sicherten diesen bereits vorzeitig kurz nach der Halbzeitpause.

„Wir haben heute gezeigt bekommen, dass wir noch Arbeit vor uns haben“, sagte Halls Headcoach Siegfried Gehrke auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. „Unser Ziel wird es sein, uns an dem Niveau der Lions zu orientieren. Heute waren wir dort definitiv nicht.“ Auch er wusste, dass sich sein Team am Samstag vor 12.500 Zuschauern und laufenden TV-Kameras zwar unter Wert verkauft hatte, die Braunschweiger alles in allem aber einen übermächtigen Gegner darstellten, der anders wie die Unicorns ein perfektes und fehlerloses Spiel ablieferte.

Dabei waren die Unicorns gut in in die Partie gestartet. Ihren ersten Ballbesitz nutzten sie per Fieldgoal durch Felix Brenner zur 3:0-Führung. Bereits bei diesem Angriffszug war aber erkennbar, dass sich die äußerst starke und schnelle Braunschweiger Defense perfekt auf den Haller Laufangriff und ihren Runningback Marcus Simms eingestellt hatte. Das gesamte Spiel über war er quasi kalt gestellt und konnte am Ende für seine Verhältnisse nur magere 48 Yards Raumgewinn erzielen, einmal verlor er sogar den Ball an den Gegner.

Hall musste also mehr als geplant auf das Passspiel ausweichen. Je länger das Spiel lief, war man mehr und mehr zu riskanteren Aktionen gezwungen. Das bestraften die Lions konsequent mit insgesamt drei abgefangenen Pässen von Halls Quarterback Marco Ehrenfried.

Auch die Unicorns-Defense hatte sich in Summe gut auf die beiden Braunschweiger Ballträger David McCants und Michael Andrew eingestellt, die zusammen unter 100 Yards gehalten werden konnten. Die Lions zeigten dafür aber ein perfektes Pass-Spiel und hatten zudem noch einen besonderen Trumpf im Ärmel: Quarterback Casey Therriault, der zurecht als bester Spieler des Bowls geehrt wurde. Mit seinen Pässen bewegten sich die Titelverteidiger schnell über das Feld oder der Spielmacher trat selbst den Weg nach vorne an. Mit 97 Yards Raumgewinn aus sechs Läufen war er am Samstag der beste Braunschweiger Ballträger.

Knüppeldick kam es für die Unicorns im zweiten Viertel. Braunschweig lag mit 7:3 in Führung, erhöhte kurz nach dem Seitenwechsel auf 14:3 und ließ die Haller danach nicht mehr aus der eigenen Hälfte. Zweimal fingen die Lions einen Ehrenfried-Pass ab und einmal verlor Marcus Sims den Ball an die Niedersachsen. Alle drei Ballbesitze wurden von den Rekordmeistern kaltschnäuzig zu Touchdowns genutzt, sodass zur Halbzeit ein klares 34:3 auf der Anzeigentafel stand.

Eine Wende sollte den TSG-Footballern in der zweiten Hälfte nicht gelingen. Braunschweig bekam nach der Pause den Ball und zeigte mit dem Touchdown zum 40:3, dass sie sich den neunten Titel in der Vereinsgeschichte nichtmehr nehmen ließen. Anfangs des letzten Spielabschnitts legten sie zum 47:3 nach, bevor die Unicorns mit einem 32-Yard-Pass von Marco Ehrenfried auf Aurieus Adegbesan zum 9:47 noch etwas Ergebniskosmetik betreiben konnten.

„Alles was wir uns vorgenommen hatten, hat heute nicht funktioniert und deshalb wurde das ein überzeugender Sieg der Lions“, musste Siegfried Gehrke nach dem Spiel konstatieren. Receiver Felix Brenner sagte bei der Pressekonferenz: „Von einem so starken Gegner werden selbst kleine Abstimmungsfehler bestraft. Wir hatten eigentlich immer die Hoffnung, dass wir zurück ins Spiel kommen können. Das ist uns aber leider nicht gelungen.“

Überwältigend war für die Unicorns der Rückhalt ihrer 800 Fans, die den Weg nach Berlin auf sich genommen hatten und ihre Mannschaft im Fanblock hinter der Haller Teamzone lautstark und unermüdlich unterstützten. „Selbst beim 3:47 standen die Fans noch wie ein Mann hinter uns“, zeigte sich Siegfried Gehrke von den Anhängern in Grün begeistert. „Das ist keine Selbstverständlichkeit und davor habe ich größten Respekt. Für uns alle ist das Ansporn, für die nächste Saison hart zu arbeiten. Vielen Dank an euch alle!“

Die Unicorns haben in vier Jahren dreimal den German Bowl erreicht, haben ihn zweimal gewonnen und nun einmal verloren. Insgesamt betrachtet eine Bilanz, die sich gut sehen lassen kann. Zur Saison 2014 meinte Felix Brenner: „Trotz dieser Niederlage können wir auf ein Jahr zurück schauen, in dem wir hart gearbeitet und uns gut entwickelt haben. Darauf sind wir stolz und weil wir so zusammen gewachsen sind ist die Stimmung den Umständen entsprechend auch jetzt ganz gut.“

Die Punkte für Hall machten: Felix Brenner (3) und Aurieus Adegbesan (6).

Zuschauer: 12.500

Viertelergebnisse: 7:3 / 27:0 / 6:0 / 7:6 / Final: 47:9

Alle Punkte:
0:3 – Felix Brenner – 27-Yard-Fieldgoal
7:3 – David McCants – 14-Yard-Lauf (PAT Tobias Goebel)
14:3 – David McCants – 5-Yard-Lauf (PAT Tobias Goebel)
20:3 – Casey Therriault – 14-Yard-Lauf (CON failed)
27:3 – Anthony Dable – 15-Yard-Pass von Casey Therrriault (PAT Tobias Goebel)
34:3 – Michael Andrew – 2-Yard-Lauf (PAT Tobias Goebel)
40:3 – Michael Andrew – 2-Yard-Lauf (PAT blocked)
47:3 – David McCants – 2-Yard-Lauf (PAT Tobias Goebel)
47:9 – Aurieus Adegbesan – 32-Yard-Pass von Marco Ehrenfried (PAT blocked)

Text: Axel Streich
Fotos: Stefan Mörkels | Flickr

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