GFL

Der Heimabschluss ist geglückt

ASC_Mercenaries (78)
Foto: Timo Raiser

49:35 Sieg gegen Marburg im letzten Heimspiel der Vorrunde

Voll auf ihre Kosten kamen die 1.128 Zuschauer im GAZi-Stadion auf der Waldau beim letzten Scorpions-Heimspiel der Vorrunde in der GFL-Süd. Denn die Gastgeber und die Mercenaries aus Marburg lieferten sich bis zum Schluß einen leidenschaftlichen Kampf, mit dem besseren Ende für die Scorpions: 49:35 lautete das Resultat nach rund drei Stunden Football. Dass die Partie zu den besseren Heimspielen der Saison zu zählen ist, daran hatten auch die Gäste aus Hessen einen großen Anteil. Denn deren Auftritt sah gewiss nicht nach dem eines abgeschlagenen Vorletzten aus, sondern nach dem eines echten Play-off-Anwärters; und hätten sie über die ganze Saison ähnlich starke Leistungen geboten wie am Samstag auf der Waldau, so hätten sie ihr Endrundenticket gewiss sicher.

Nicht einmal drei Minuten waren gespielt, als beide Mannschaften bereits das erste Mal in der gegnerischen Endzone angelangten: Der 07:00 Führung für Stuttgart durch Daniel Balazovic nach 47 Sekunden folgte knapp zwei Minuten später der Ausgleich durch den bärenstarken Mercenaries-Quarterback EJ White. Diesem ließ die Stuttgarter Verteidigung – besonders im ersten Quarter – mitunter zu viel Zeit und Freiraum, welchen White und seine Receiver immer wieder für beträchtlichen Raumgewinn nutzen konnten. Umso wichtiger war es da, dass das Laufspiel der Gäste über Andrecus Lindeley meist ohne große Durchschlagskraft war, zählt die Defense der Scorpions doch zu den besten der Liga gegen den Lauf. Je ein weiterer Touchdown sollte noch folgen bis zum ersten Seitenwechsel, Dylan Potts per Lauf für Stuttgart und Hendrik Hinrichs nach Pass von White für Marburg, stellten den 14:14 Spielstand zum Ende des ersten Quarters her.

Im zweiten Quarter bot sich den Mercenaries erstmals die Chance in Führung zu gehen: Nachdem sie bis weit in die Stuttgarter Hälfte gelangt waren, fing Philip Prohaska einen Pass von White in der Stuttgarter Endzone zum vermeintlichen 14:21, doch wurde der Versuch wegen eines Holdings durch die Offense zurück gepfiffen. Überhaupt waren die Strafen an diesem Tag wieder ein Thema, welches beiden Coaches die Zornesröte ins Gesicht getrieben haben dürfte: So begingen die Scorpions 18 Fouls für rund 200 Yards, die Mercenaries 12 für rund 120. Im Anschluss an den nicht gegebenen Touchdown versuchten die Gäste dann per Field Goal zumindest drei Punkte auf die Anzeigentafel zu bringen, doch Kicker Danijel Katusic verfehlte sein Ziel aus 35 Yards. Die Quittung dafür folgte prompt, denn Dylan Potts erzielte wenig später das 21:14 für die Hausherren.

Danach gelangten die Marburger erneut tief in die Stuttgarter Hälfte, und dieses Mal wollten sie es besser machen indem sie einen vierten Versuch an der 20 Yard Linie ausspielten – das Resultat war dasselbe, keine Punkte für Marburg und Ballbesitzwechsel. Hätten die Mercenaries diese beiden Gelegenheiten im zweiten Quarter zu Punkten gemacht, wer weiß, welchen Verlauf das Spiel genommen hätte. Doch so waren es die Scorpions, die jeweils Kapital daraus schlugen. Denn auch dieses Mal antworteten sie wie es sich für ein Spitzenteam gehört und trugen den Ball bis in die Endzone; Jan Eisenbraun fing einen Pass von Dylan Potts über 73 Yards und bescherte so das 28:14 zur Halbzeit. Kurz vor dieser verwies der Unparteiische Peter Fischer den Stuttgarter Cornerback Matt Burnett des Feldes. Jener hatte bei einem Tackle seinen Gegenspiel mit dem Helm gegen den Kopf attackiert, was – beabsichtigt oder nicht – automatisch ein persönliches Foul und einen Feldverweis zur Folge hat.

Die zweite Halbzeit begannen die Mercenaries dann mit viel Schwung und es war nicht zu übersehen, dass sie an die Chance glaubten, dem großen Favoriten ein Bein stellen zu können. Die Scorpions hingegen schienen zu diesem Zeitpunkt noch in der Kabine zu sein, mit der Konsequenz, dass die Gäste zunächst durch Lindeley und anschließend White vollkommen verdient den Ausgleich zum 28:28 erzielten.
Wer erwartet hatte, dass das Spiel nun zugunsten der Gäste kippen würde, den belehrte die Stuttgarter Offense eines besseren. Ruhig und ohne in Hektik zu verfallen spielte sie weiter nach dem Plan, den ihnen Jemil Hamiko auf den Weg gegeben hatte, und wurde mit dem 35:28, erneut durch Potts, belohnt. Kurze Zeit später stellten die Mercenaries sich erneut selbst ein Bein: Beim Versuch sich per Punt vom Ballbesitz zu trennen, flog der Ball nach dem Snap unerreichbar für Punter David Beale bis tief in die Marburger Hälfte. Dort konnten ihn die Mercenaries noch sichern, doch änderte dies nichts mehr an der Tatsache, dass die Scorpions das Angriffsrecht bekamen, und zwar an der gegnerischen 14 Yard Linie. Diese Chance ließen sie sich nicht entgehen und so erzielte Steffen Haenelt kurz nach Beginn des letzten Quarters das 42:28. Nicht mal eine Minute später verkürzten die Hessen zwar durch Philip Prohaska auf 42:35, mehr ließ die Stuttgarter Defense aber nicht mehr zu. Im weiteren Verlauf nahm sie der Marburger Offense gar noch zwei Mal den Ball ab: einmal nach einem Fumble, erzwungen von Klaus Stadelmaier, und einmal per Interception durch Drew Fisher. So war es Routinier Patrick Geiger vorbehalten, per Lauf die letzten Punkte des Tages zum 49:35 zu erzielen.

Zufrieden zeigte sich im Anschluss Head Coach Jemil Hamiko: „Ich denke, beide Mannschaften haben den Zuschauern heute ein tolles Spiel geboten und ich freue mich sehr für unsere Gäste aus Hessen, dass sie wieder die Leistungen zeigen können, zu denen sie fähig sind. Meine Mannschaft hat heute als Team eine starke Performance gezeigt; wir haben stets die Ruhe bewahrt und nie unsere Spur verlassen, was in den entscheidenden Momenten unser Pluspunkt war. Besonders freut es mich, dass unsere Offense, die mit nur einem amerikanischen Spieler agierte, so überzeugen konnte und fast 50 Punkte erzielt hat.“

Die Scorpions haben nun zwei spielfreie Wochenenden vor sich, ehe in den Auswärtsspielen in Kempten, Schwäbisch Hall und Saarbrücken die Entscheidung fällt, ob sie den derzeitigen zweiten Rang festigen können – was Heimrecht im Viertelfinale bedeutet – oder von Rang Drei oder Vier ins Endrundenrennen gehen werden. (JH)

Quarter| Clock| Score
1| 00:47| 07:00| Daniel Balazovic (Pass Dylan Potts, 61 yds), PAT Pascal Flöser
1| 02:22| 07:07| EJ White (Lauf, 7 yds), PAT Danijel Katusic
1| 07:44| 14:07| Dylan Potts (Lauf, 5 yds), PAT Pascal Flöser
1| 09:13| 14:14| Hendrik Hinrichs (Pass EJ White, 59 yds), PAT Danijel Katusic
2| 04:47| 21:14| Dylan Potts (Lauf, 1 yd), PAT Pascal Flöser
2| 10:38| 28:14| Jan Eisenbraun (Pass Dylan Potts, 73 yds), PAT Pascal Flöser
3| 03:41| 28:21| Andrecus Lindeley (Lauf, 6 yds), PAT Danijel Katusic
3| 06:51| 28:28| EJ White (Lauf, 19 yds), PAT Danijel Katusic
3| 10:45| 35:28| Dylan Potts (Lauf, 5 yds), PAT Pascal Flöser
4| 00:11| 42:28| Steffen Haenelt (Pass Dylan Potts, 24 yds), PAT Pascal Flöser
4| 00:29| 42:35| Philip Prohaska (Pass EJ White, 64 yds), PAT Hendrik Schwarz
4| 03:19| 49:35| Patrick Geiger (Lauf, 1 yd), PAT Pascal Flöser

Text: J. Hanson
Foto: Timo Raiser

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