Dresden Monarchs

Schwäbisch Hall Unicorns besiegen Dresden Monarchs im Halbfinale

Felix Brenner sammelte am Samstag 14 Punkte.
Foto: Manfred Löffler

Unicorns stehen erneut im German Bowl!

Die Schwäbisch Hall Unicorns haben sich nach 2011, 2012 und 2014 zum vierten Mal für den German Bowl qualifiziert. In einem bis zum Ende spannenden Spiel besiegten sie am Samstag im OPTIMA Sportpark vor 2.300 Zuschauern die Dresden Monachrchs mit 41:34.

„Den Sieg hätten heut beide Teams verdient“, sagte Halls Head Coach Siegfried Gehrke nach dem Spiel. Er zollte damit den Dresdner Monarchs den Respekt, den sie sich durch ihre am Samstag, in einem hochklassigen Spiel gezeigten Leistung mehr als verdient haben. Die Gäste aus Sachsen lieferten den Unicorns einen bis zur letzten Spielminute spannenden Kampf um den Einzug in den German Bowl, der an Dramatik nichts zu wünschen übrig ließ.

Es war das erwartete Spiel auf Augenhöhe und in dem die Unicorns zunächst schwer mit dem Dresdner Runningback Donald Russel zu kämpfen hatten. Über ihn liefen zumindest in der ersten Hälfte die meisten Monarchs-Angriffe und zweimal war er es, der mit langen Läufen Dresdner Touchdowns vorbereitete.

Gleichzeitig setzte die Dresdner Defense die Haller Offense so unter Druck, dass diese zunächst keine Chance hatte, der Monarchs-Endzone gefährlich nahe zu kommen. Quarterback Marco Ehrenfried hatte zu wenig Zeit, um seine Receiver mit langen Pässen präzise bedienen zu können. Gleichzeitig tat sich auch Runningback Christian Rycraw extrem schwer, nennenswerten Raumgewinn zu erzielen.

Die Haller Defense stand dem allerdings in nichts nach. Auch der Monarchs-Angriff sah sich mit einem starken Gegner konfrontiert, sodass das erste Viertel auch punktlos blieb. Die Endzonen beider Teams schienen erst geöffnet worden zu sein, nachdem Christian Rycraw zunächst einen 40-Yard-Lauf auf den Rasen zauberte und danach das letzte Yard zum 8:0 (CON Felix Brenner) überbrückte.

Danach war es Donald Russel, der das Spiel fast im Alleingang dominierte. Zweimal übernahm er die Vorbereitung und den Abschluss der Dresdner Angriffsserien und so kamen die Gäste mit 16:8 die Führung, bevor Patrick Donahue von Marco Ehrenfried mit einem Kurzpass bedient wurde und daraus einen 75-Yard-Touchdown zum 14:16 machte. Mit dem Halbzeitpfiff konnten die Monarchs allerdings per Fieldgoal von Jan Hilgenfeldt noch auf 19:14 erhöhen.

Aus einem vierten Versuch machten die Unicorns dann Mitte des dritten Viertels einen 32-Yard-Pass von Marco Ehrenfried auf Felix Brenner (CON Donahue), der ihnen nicht nur die 22:19-Führung brachte, sondern auch das viel beschworene Momentum bescherte. Gerhard Jäger unterstrich das indem er einen Pass von Dresdens Quarterback Jake Medlock abfangen und die Unicorns dadurch Anfang des ersten Viertels ihre Führung durch Christian Rycraw auf 28:19 ausbauen konnten.

Postwendend zogen die Monarchs zwar mit einem Kickoff-Return über 90 Yards durch Trevar Deed zum 28:26 (PAT Jan Hilgenfeldt) nach, doch die TSGler ließen sich das Heft zunächst nicht mehr aus der Hand nehmen. Erneut bediente Marco Ehrenfried Felix Brenner mit einem 32-Yard-Pass und brachte so sein Team mit 34:26 in Führung.

Die Haller Defense erlaubte den Dresdnern danach keinen neuen Firstdown und der Befreiungskick der Gäste landete bei Patrick Donahue. Der nutzte die Chance zu einem sehenswerten Return über 85 Yards, bei dem er mehrere Monarchs gekonnt aussteigen ließ und das 41:26 (PAT Thomas Rauch) herstellte. Spannend wurde es in den letzten Minuten durch den Anschluss-Touchdown von Donald Russel (CON Karl Diesel) zum 34:41 und einem erfolgreichen Onside-Kick der Gäste, der sie drei Minuten vor Spielende sofort wieder in Ballbesitz brachte. Doch die Unicorns-Defense gab das Spiel nun nicht mehr aus der Hand und schickte die Monarchs-Offense ohne Punkte wieder vom Feld. Noch zweimal sollte der Ballbesitz wechseln, aber ohne dass Punkte erzielt werden konnten.

„Die Monarchs haben es uns heute sehr schwer gemacht“, sagte Siegfried Gehrke, der die Unicorns als Head Coach nun zum vierten Mal in den German Bowl geführt hat. Dort werden die TSGler wie schon im Vorjahr und auch im Eurobowl in diesem Jahr auf die Braunschweig NewYorker Lions treffen. „Wir freuen uns über die Chance den Eindruck vom letzten Jahr revidieren zu können. Das Spiel heute war dafür eine hervorragende Vorbereitung“, sagte Gehrke.

Die Punkte für Hall erzielten: Christian Rycraw (12), Felix Brenner (14), Patrick Donahue (14) und Thomas Rauch (1).

Zuschauer: 2.300

Viertelergebnisse: 0:0 / 14:19 / 8:0 / 19:15 / Final: 41:34

Alle Punkte:
8:0 – Christian Rycraw – 1-Yard-Lauf (CON Felix Brenner)
8:8 – Guillaume Rioux – 8-Yard-Pass von Jake Medlock (CON Donal Russel)
8:16 – Donald Russel – 24-Yard-Lauf (CON Jan Hilgenfeldt)
14:16 – Patrick Donahue – 75-Yard-Pass von Marco Ehrenfried (CON failed)
14:19 – Jan Hilgenfeldt – 37-Yard-Fieldgoal
22:19 – Felix Brenner – 31-Yard-Pass von Marco Ehrenfried (CON Patrick Donahue)
28:19 – Christin Rycraw – 8-Yard-Lauf (PAT blocked)
28:25 – Trevar Deed – 90-Yard-Kickoff-Return (PAT Jan Hilgenfeldt)
34:26 – Felix Brenner – 32-Yard-Pass von Marco Ehrenfried (PAT missed)
41:26 – Patrick Donahue – 85-Yard-Punt-Return (PAT Thomas Rauch)
41:34 Donald Russel – 3-Yard-Lauf (CON Karl Diesel)

Text: Axel Streich
Foto: Manfred Löffler

Pressemeldung der Dresden Monarchs:
Monarchs verpassen Finaleinzug

Die Dresden Monarchs verpassen erneut den Einzug ins Finale um die deutsche Footballmeisterschaft. Und wieder waren es die Schwäbisch Hall Unicorns, die ihnen dabei im Wege standen. Die Südmeister gewannen das unglaublich spannende Halbfinale am Samstag am Ende mit 41:34 (0:0/14:19/8:0/19:15).

Gratulation an die Schwäbisch Hall Unicorns! Auch wenn das Deja vu jedem Monarchs Fan weh tut: die Einhörner ziehen in den German Bowl, dem Finale um die deutsche Footballmeisterschaft ein. Es war ein spannendes, ein packendes und aufregendes Halbfinale im Optima Sportpark, in dem die Gastgeber am Ende bessere Team waren.

Und dabei hätte alles schon zu Beginn der Partie anders laufen können. Dresden packte gleich im ersten Spielzug, wie schon im Viertelfinale eine Woche zuvor, einen langen Touchdown-Pass aus. Jake Medlock feuerte eine Granate über 55 Yard auf Guillaume Rioux, der allen überraschten Haller Verteidigern entwischte und in die Endzone raste. Touchdown Monarchs? Denkste! Fehler in der Monarchs O-Line – der Spielzug und damit die ersten Punkte zählten nicht. Ein Dämpfer, der den Monarchs noch eine ganze Weile schwer im Magen lag. Was folgte war zunächst eine ordentliche Defense-Schlacht. Das Angriffsrecht wechselte mehrfach ohne dass ein Team nennenswert voran kam. Wie umkämpft dieses Spiel war, zeigte sich rund um den ersten Viertelwechsel. Dresden hatte einen ersten vielversprechenden Drive gespielt und stand auch dank einer einladenden Strafe gegen Hall mit Firstdown 11 Yard vor der Endzone. Doch was folgte waren zwei vergebliche Pässe Jake Medlocks, ein fast verlorener Ball bei der Übergabe an Donald Russell und ein Fieldgoalversuch, den Jan Hilgenfeldt knapp am Tor vorbeischoss. Im Gegenzug erging es den Unicorns ähnlich. Auch deren Offense kam langsam besser ins Spiel und bewegte sich gut übers Feld. Doch den letzten entscheidenden Pass vom stark spielenden Quarterback Marco Ehrenfried konnte der Dresdner Ike Sommerfield abfangen. Die Spannung in diesem packenden Hin und Her entlud sich aber wenig später in einem wahren Punkte- und Bigplaygewitter. Hall legte vor: Christian Rycraw lief zum ersten Touchdown der Partie. Felix Brenner sorgte per Conversion für weitere Punkte: 8:0. Dresden konterte. Endlich konnte sich Runningback Donald Russell mal lösen und der bis dahin scheinbar unbezwingbaren Laufverteidigung der Haller entwischen. Sein Lauf ging übers halbe Feld und endete erst 8 Yard vor der Endzone. Von dort bediente Medlock Rioux zum ersten Monarchs Touchdown. Und auch sie entschieden sich für zwei statt einem Zusatzpunkt: Russell ging mit der Conversion zum 8:8 Ausgleich. Wenig später war es erneut Russel, der Dresden in Führung brachte. Das war schon bemerkenswert. Dresden hatte bis zu diesem Zeitpunkt schwer mit der glänzend eingestellten Unicorns Defense zu kämpfen. Hall machte beim sonst so verlässlichen Lauf dicht und immer wieder erfolgreich Jagd auf Quarterback Jake Medlock.

Aber plötzlich lief es. Zwei lange Läufe von Russel und Dresden zog mit 16:8 davon (Conversion Hilgenfeldt). Doch schon im direkten Gegenzug konterte Hall. Kurzer Pass auf Patrick Donahue und der lief über gut 70 Yard Slalom durch die Monarchs Verteidigung zum nächsten Touchdown (Conversion nicht gut 14:16). In der Schlusssekunde des zweiten Viertels erhöhte Jan Hilgenfeldt per Fieldgoal auf 14:19. Halbzeitpause. Durchschnaufen.

Das dritte Viertel begann wie das erste – kaum Raumgewinn für beide Angriffsreihen. Und wieder konnte sich Hall als erstes Team aus dieser Situation lösen. Marco Ehrenfried schoss zunächst einen langen Pass auf Felix Brenner und bediente anschließend noch Patrick Donahue zur Conversion. Hall ging mit 22:19 in Führung. Doch diesmal fiel die fällige Antwort der Dresden Monarchs aus. Dresdens Verteidiger hatten im zweiten Durchgang zunehmend Mühe den stärker werdenden Angriff der Unicorns in den Griff zu bekommen. Und die Monarchs Offense fand das Gaspedal nicht wieder. Unter starkem Druck der Haller Defense agierten die Sachsen sichtbar unsicherer. Zu Beginn des vierten Viertels zog Hall folgerichtig davon. Touchdownlauf von Rycraw zum 28:19 (PAT geblockt). Dann der erste kurze Moment der Hoffnung für Dresden: Trevar Deed nahm beim folgenden Kickoff den Ball und seine Beine in die Hand. Ein Touchdownlauf über gut 80 Yard (PAT Hilgenfeldt 28:26). Doch Hall ließ sich davon offenbar nur kurz beeindrucken. Die Offense um Ehrenfried spulte abgezockt weiter ihr immer besser werdendes Spiel herunter. Felix Brenner sorgte für den nächsten Touchdown als er einen Pass von Ehrenfried über 41 Yard unbedrängt fangen und sichern konnte (PAT nicht gut 34:26). Dresden mühte sich – und bekam den nächsten Nackenschlag. Patrick Donahue returnierte einen Punt der Monarchs postwendend in deren Endzone (PAT Thomas Rauch 41:26). Dass die Monarchs in dieser Situation, bei nur noch 5 Minuten Spielzeit, nicht komplett Helme und Köpfe hängen ließen, muss man ihnen sehr hoch anrechnen! Da war wenig Grund für Zuversicht. Zu wenig lief bis dahin zusammen. Und dennoch kam Dresden noch einmal heran. Eine gute Minute nach diesem verhängnisvollen Punt Return lief Donald Russell noch einmal zum Touchdown. Auch die folgende Conversion gelang: Jake Medlock auf Karl Diesel – Anschluss 41:34. Ein Touchdown fehlte noch. Dresden kam noch zwei Mal an den Ball und hinderte Hall weiter davonzuziehen. Doch es gelang nichts mehr. Spielschluss – 41:34 – Wie schon im letzten Jahr zieht Hall jubelnd ins Finale ein und Dresden guckt geschlagen und genervt zu.

Bitter! Und dennoch: Dresden beendet eine der erfolgreichsten Erstligaspielzeiten seiner Geschichte. Nur zwei Niederlagen. Eine beeindruckende Siegesserie über den Sommer.

Auch wenn das im Moment wenig helfen mag, aber die Dresden Monarchs können stolz auf sich sein. Und das Gute ist: die nächste Saison und damit die nächste Chance kommt bestimmt!

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