GFL

Scorpions gewinnen in Marburg

NacitaScorpions2016III
Foto: Norbert Schneider / foobi.de

 

Pressemeldung der Marburg Mercenaries:

Die Wahrheit liegt ja bekanntlich oftmals in der Mitte, und so ist es auch nicht verwunderlich, dass die Analyse der beiden Mannschaften hinsichtlich des Spielgeschehens möglicherweise stark voneinander abweichen werden. Während die Marburg Mercenaries vergebenen Chance nachtrauerten und individuelle Fehler zu beklagen hatten, können die Stuttgart Scorpions das vielzitierte Pferd herausholen, das ja bekanntlich immer nur so hoch springt, wie es gerade muss. Tatsache ist, dass der 30:14 Sieg der Stuttgarter nicht so klar war, wie der Spielstand es vermeindlich hergibt.

Marburg begann gut, ohne jedoch aus dem starken Anfangsdrive Kapital schlagen zu können. Ausgerechnet der ansonsten verlässliche Silas Nacita leistete sich kurz vor der Endzone der Schwaben einen kostspieligen Fumble, der sämtliche Chance auf eine frühe Führung zunichte machte. Doch auch Stuttgart startete desaströs. Seinen allerersten Pass der Partie warf Quarterback Shane Carden von seinem „back foot“ bekam so nicht ausreichend Luft unter den Ball, was in einer vielumjubelten Interception durch Mercenaries Safety Damon Collins endete. Aus Sicht der heimischen Fans blieb Marburg sich jedoch im Auslassen von Chancen treu, scheiterte bei ausgespieltem vierten Versuch und verteile anschließend das erste große Präsent des Nachmittags. Trotz der Tatsache, dass der Ball eine gefühlte Stunde durch die Luft segelte konnte Safety Jessy Hogan das Ei nicht lokalisieren. Resultat war ein – diplomatisch formuliert – vermeidbarer Touchdown durch Rocco Scarfone. (0:7) Ende des ersten Viertels leistete sich Holt Claiborne in höchster Bedrängnis eine Interception, welche von den Scorpions, jetzt schon zu Beginn des zweiten Quarters, zu einem weiteren Touchdown durch Fabian Weigel genutzt werden konnte. (0:14) Bereits hier wurde deutlich, dass die Passverteidigung der „Söldner“ an diesem Tag desöfteren massive Abstimmungsprobleme aufwies, denn auch beim nächsten Touchdown der Gäste war die Defense völlig indisponiert. Wide Receiver Sergio Taylor, Neuzugang aus Mexiko, nutzte eine Lücke zwischen Safety und Corberback eiskalt zum 0:21. Runningback Silas Nacita war es vorbehalten kurz vor der Pause wieder für Hoffnung im Lager der Mercenaries zu sorgen. Sein Lauf aus fünf Yards, bei dem er sein Markenzeichen den „Hurdled Player“ einsetzte, sorgte für den 7:21 Anschluss.

Zu Beginn der zweiten Habzeit dann eine strittige Szene, die von den Schiedsrichtern zum Nachteil der Marburger ausgelegt wurde. Bei einem durch „Halfback-Pass“ ausgespielten vierten Versuch soll Nacita bereits über die Line of scrimmage gewesen sein, eine Entscheidung, die sich mit bloßem Auge kaum nachvollziehen ließ. Wie dem auch sei verwertete Stuttgart die gute Feldposition im Stile des Favoriten, als Lukas Hitzker – wiederum völlig allein gelassen – das 27:7 für die Scorpions markieren konnte. (Extrapunkt vergeben) Endgültig gelaufen war die Partie dann, als der nächste Drive der Gastgeber kurz vor der Endzone der Schwaben erneut nichts Zählbares einbrachte. Neuzugang Fred Liepner, der zwar andeutete, dass er zu einer echten Verstärkung werden kann, indes auch durch einige Unkonzentriertheiten auffiel, tankte sich kraftvoll bis zur Goalline durch, wo ihm das Ei jedoch kurz vor dem Ziel entrissen wurde. Das zweite Mal an diesem Nachmittag stand man direkt vor der Endzone der Stuttgarter gleichzeitig aber auch mit leeren Hände da. Zwar konnte Nacita neun Minuten vor Schluss noch einmal auf 14:27 verkürzen, aber eng wurde die Begegnung im Anschluss nicht mehr. Günther „Doc“ Michel arbeitete die Uhr mechanisch herunter und selbst eine zwischenzeitliche Interception von Jessy Hogan konnte den Scorpions letztendlich nichts mehr anhaben. Nachdem Fabian Weigel 26 Sekunden vor Schluss per Field Goal den Endstand von 30:14 hergestellt hatte, beendete geradezu symbolisch ein weiterer Fumble beim anschließenden Kick-Off-Return das Spiel.

Auf Marburger Seite verhinderten ganz einfach zu viele Fehler und vertane Chancen ein (noch) engeres Spiel, wobei die Schwächen der Mannschaft wieder einmal mehr als deutlich zutage traten. Trotz eigentlich guter Leistung der Defense, ist man immer wieder anfällig für „big plays“ da es an der Abstimmung innerhalb der Secondary komplett fehlt. Die Offense wiederum bekommt ihrerseits das Passspiel nicht in den Griff. In den seltensten Fällen werden tiefe Pässe probiert, was es der gegnerischen Defense zu einfach macht, sich auf das starke Laufspiel einzustellen.

Am kommenden Sonntag steht nunmehr das überaus wichtige Rückspiel bei den Rhein-Neckar-Bandits in Mannheim auf dem Programm. Dazu Präsident Carsten Dalkowski: „Ein frühzeitiges Endspiel. Wenn wir den Rest der Saison nicht noch unnötig zittern wollen, ist ein Sieg Pflicht.“

Text: Arik Thaye Bredendiek
Foto: Norbert Schneider / foobi.de

 

Pressemeldung der Stuttgart Scorpions:

30:14 Sieg bedeutet vierten Sieg der Saison

Einen ungefährdeten 30:14 Sieg fuhren die Stuttgart Scorpions am vergangenen Wochenende bei den Marburg Mercenaries ein. Trotz des Ausfalls einiger Stammkräfte – wie zum Beispiel Patrick Geiger und Nils Bilinski – war Stuttgart über weite Strecken das spielbestimmende Team und entführte so völlig verdient die Punkte aus der hessischen Universitätsstadt. Insbesondere die Defense zeigte dabei eine überzeugende Leistung, während der Angriff immer genau dann zur Stelle war, wenn er gebraucht wurde.

Die Verteidigungsreihen beider Mannschaften waren es auch, welche gleich mit voller Kraft loslegten: Zunächst konnte die Stuttgarter den Mercenaries den Ball in deren ersten Drive per Fumble abnehmen, ehe Scorpions-Quarterback Shane Carden bei seinem ersten Passversuch eine Intercepton durch Damon Collins hinnehmen musste. Besser machte es Carden im zweiten Drive, in diesem gelang ihm ein Pass über 59 Yards zur 07:00 Führung durch Rocco Scarfone (alle PAT des Tages: Fabian Weigel) – auch dank gütiger Mithilfe des Marburger Safeties Jessy Hogan, der sich einen folgenschweren Patzer leistete, indem er den Ball vor dem Catch unterlief. Die Hausherren versuchten umgehend zu antworten, doch anstelle von Raumgewinn verzeichneten sie im folgenden Drive Raumverlust. Quarterback Holt Claiborne geriet daraufhin in der eigenen Endzone so unter Druck, dass er einen Pass warf, welchen Gabriel Kalus abwehren und seinem Mitspieler Brian Kipkurui fast schon in die Arme schlagen konnte, der sich dadurch eine Interception gutschreiben lassen durfte. Aus diesem Turnover schlugen die Schwaben Kapital und erhöhten durch Fabian Weigel auf 14:00. Rund fünf Minuten später – die Mercenaries waren zuvor zum Punt gezwungen – warf Carden seinen dritten Touchdown -Pass, diese Mal auf Sergio Taylor zum 21:00. In der letzten Minute der ersten Halbzeit wurden die Söldner dann allerdings für den hohen Aufwand belohnt, den sie betrieben: Running Back Silas Nacita verkürzte per Lauf auf 07:21 (alle PAT des Tages: Hendrik Schwarz). Jener Nacita war es auch, über den neben Claiborne nahezu alles lief im Angriff. Beide zeigten eine vielversprechende Leistung, die die Marburger sicher hoffen lassen darf, eine bessere Saison absolvieren zu können als die vergangene. Die Kehrseite davon, wenn einzelne Spieler so dominant sind zeigte sich allerdings im dritten Quarter, denn da hatte die Defense der Gäste beide weitestgehend im Griff und legte so den hessischen Angriff nahezu lahm.

So tat sich auch nicht viel im dritten Abschnitt, sieht man vom Touchdown zum 27:07 für Stuttgart durch Pascal Flöser und einem Fumble von Fred Liepner kurz vor der Stuttgarter Endzone ab. Bei diesem sicherte Sergey Souleymanov den Ball für die Scorpions, womit Marburg seine einzige Chance auf Punkte in diesem Viertel leichtsinnig vergab. Im vierten Quarter weckten sie schließlich nochmal Hoffnung, als Nacita nach rund drei Minuten per Lauf das 14:27 erzielte. Der Stuttgarter Head Coach Jemil Hamiko nahm daraufhin einen Wechsel auf der Quarterback-Position vor und übertrug Günther Michel die Verantwortung. Der führte die Offense bis an die gegnerische 19 Yard Linie und warf von dort aus einen Pass auf Sergio Taylor in die Mercenaries-Endzone. Doch die Freude währte nicht lang, denn die Schiedsrichter hatten ein Foul ausgemacht und versagten dem Touchdown so die Anerkennung. Wenige Spielzüge später machte Jessy Hogan seinen Fehler aus dem ersten Quarter wieder gut indem er Stuttgart den Ball per Interception abnahm, jedoch konnte man aus diesem Turnover kein Kapital schlagen: Die Stuttgarter Verteidigung ließ keinen bedeutenden Raumgewinn mehr zu, so dass es Fabian Weigel vorenthalten war, mit dem Field Goal zum 30:14 den Schlusspunkt zu setzen.

Die Scorpions belegen dadurch mit vier Siegen und drei Niederlagen weiterhin den dritten Rang der GFL-Süd. (JH)

Quarter| Clock| Score
1| 09:25| 00:07| Rocco Scarfone (Pass Shane Carden, 59 yds), PAT Fabian Weigel
2| 00:57| 00:14| Fabian Weigel (Pass Shane Carden, 35 yds), PAT Fabian Weigel
2| 06:18| 00:21| Sergio Taylor (Pass Shane Carden, 30 yds), PAT Fabian Weigel
2| 11:32| 07:21| Silas Nacita (Lauf, 3 yds), PAT Hendrik Schwarz
3| 07:06| 07:27| Pascal Flöser (Pass Shane Carden, 30 yds), PAT no good
4| 03:04| 14:27| Silas Nacita (Lauf, 12 yds), PAT Hendrik Schwarz
4| 11:34| 14:30| Fabian Weigel (Field Goal, 39 yds)

Text: Jack Hanson

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