Berlin Rebels

Stark verletzungsgeschwächte Lions verlieren in Berlin

#28 RB Chris Smith
Fotos: Fabian Uebe / New Yorker Lions

Ihre erste Saisonniederlage 2016 mussten die New Yorker Lions mit 24:30 (0:0; 7:7; 7:17; 10:6) gegen laufstarke Berlin Rebels hinnehmen. Dabei mussten die Löwen auf diverse wichtige Spieler auf beiden Seiten des Balls verzichten, die sich beim Eurobowlsieg eine Woche zuvor in Innsbruck verletzten.

So fehlten u.a. auf Seiten der Offense neben Quarterback Grant Enders, auch Runningback David McCants, der zwar umgezogen an der Seitenline stand, aber nicht zum Einsatz kam. In der Verteidigung fehlten neben den Spielern in der bereits seit einigen Wochen stark dezimierten Defense Line zusätzlich noch Sorie Bayoh und Jakub Malecki. Für den verletzten Grant Enders lief auf der Position des Spielmachers Christina Bollmann auf, da auch der sonst als Back-up vorgesehene Evan Landi nicht vollständig fit in das Spiel gegen die Rebels gehen konnte.

Die New Yorker Lions begannen das Spiel vor etwas mehr als 1.000 Zuschauern mit dem Kick-Off durch Jan Hilgenfeldt. Das erste Spielviertel war geprägt von beiden Abwehrreihen, die es dem jeweiligen Angriff des gegnerischen Teams nicht gestattete, nahe genug an die Endzone oder in Fieldgoalreichweite zu gelangen. So hieß es nach den ersten zwölf effektiven Spielminuten nach wie vor 0:0.

Das erste Team welches sich Schritt für Schritt in Richtung einer Endzone und damit Punkten näherte, waren die Gastgeber aus Berlin zu Beginn des zweiten Quarter. Mit Läufen über ihren nie vollständig zu stoppenden Runningback Larry McCoy, Pässe von Quarterback Terrell Robinson auf seine Ballfänger Alexander Tounkara und Jason Harris, sowie Läufe vom Spielmacher Robinson selbst, arbeiteten sich die Berliner bis an die zwei Yard Linie der New Yorker Lions voran. Für die erste Führung der Rebels zum 7:0 (PAT M. von Wachsmann) war Runningback McCoy verantwortlich. Der nächste Drive der Löwen dauerte nur zwei Spielzüge, bevor ein Passversuch vom Lions Quarterback Christian Bollmann in den Armen von Rebels Passverteidiger Jason Owusu landetet. Kapital konnten die Hausherren nicht aus dem gewonnen Ballbesitz für sich gewinnen, denn die Verteidigung der Lions ließ keinen nennenswerten Raumgewinn zu. Der folgende Drive des Angriffs der Braunschweiger unter der Regie von Bollmann verlief dann deutlich erfolgreicher. Yard für Yard arbeitet sich die Offense voran. Läufen von Chris Smith und Christian Bollmann folgten vollständige Pässe von Bollmann auf seine Ballfänger Römer, Hilgenfeldt und van Duijn. Für den Ausgleich zum 7:7 (PAT T. Goebel) war die Kombination Bollmann auf Landi mit einem 34 Yard Pass verantwortlich. Mit diesem Spielstand ging es in die Halbzeitpause, da die Verteidigung der Löwen u.a. mit einem Sack durch Jacob Schridde, keine weiteren Punkte durch die Hauptstädter zuließen.

Das dritte Spielviertel gehörte den Berlin Rebels, die zwar spielerisch nicht unbedingt überlegen waren, die aber zum richtigen Zeitpunkt und Moment Fehler der New Yorker Lions ausnutzten und selbst kaum Fehler produzierten. Gleich der Kick-Off durch die Rebels war ein Indiz dafür, denn beim Versuch einen schwierigen Kick der Berliner aufzunehmen versprang Tissi Robinson der Ball und das freie Spielgerät konnten die Hausherren in aussichtreicher Position sichern.

Die Defense der Löwen konnte zwar das Schlimmste u.a. durch eine Sack von Schridde und Müller am Berliner Spielmacher verhindern, aber mit einem 29 Yard Fieldgoal durch Max von Wachsmann gingen die Rebels mit 7:10 in Führung.

Im Angriff der Löwen lief zu Beginn des dritten Spielabschnitts nicht viel zusammen und so kamen die Berliner relativ schnell wieder in Ballbesitz und konnten diesen mit insgesamt nur drei Spielzügen und einen abschließenden zwei Yard Touchdownlauf durch Larry McCoy, zum Ausbau der Führung auf 16:7 (PAT nicht gut) ausnutzen. Auch der nächste Drive der Lions brachte nichts ein und der folgende Punt geriet zum Desaster und im Nachhinein wohl auch zur Spielentscheidung.

Den Punt von Christian Bollmann nahm Berlins amerikanischer Passverteidiger und Returner Jamaal White an der eigenen fünf Yard Linie auf und trug den Ball bis in die Endzone der New Yorker Lions zur zwischenzeitlichen 7:24 (TPC M. Wolff) Führung über 95 Yards zurück.
Was zu diesem Zeitpunkt bereits wie der “Todesstoß“ für die Braunschweiger aussah, wirkte aber eher wie ein Weckruf an das gesamte Team der Löwen. Mit aller Kraft stemmte sich die Mannschaft von Troy Tomlin nun gegen die drohende Niederlage und auch der Angriff um Christian Bollmann kam ins Rollen. Mit Pässen auf Landi, van Duijn, Hilgenfedt und Römer, sowie Läufen durch Chris Smith und Bollmann selbst kam man kontinuierlich der Endzone der Gastgeber näher und konnte noch vor dem letzten Seitenwechsel mit einem zwei Yard Lauf durch Chris Smith auf 14:24 (PAT T. Goebel) verkürzen.

Auch der Versuch eines Onside-Kicks, um erneut in Ballbesitz zu kommen, gelang beim folgenden Kick-Off durch Jan Hilgenfeldt. Back-up Runningback Stephan Hofer konnte den Ball zu Gunsten der Löwen sichern. Den Anschluss zum 17:24 erzielte Tobias Goebel mit einem 37 Yard Fieldgoal zu Beginn des vierten und letzten Quarter. Bis knapp drei Minuten vor Spielende wogte die Begegnung hin und her und keine der beiden Mannschaften erarbeitete sich Vorteile. So konnte die Defense der New Yorker Lions einen weiteren Quarterback-Sack in Person von Patrick Finke verzeichnen und die Berlin Rebels verschossen einen Fieldgoalversuch aus 50 Yards. Die wohl letztendlich spielentscheidende Situation war bei etwas mehr als drei Minuten verbleibender Spielzeit die zweite Interception des Tages durch Christian Bollmann. Beim Versuch seine Receiver Tom van Duijn anzuspielen geriet der Ball zu kurz und Rebels Verteidiger Jamaal White konnte den Ball abfangen und bis zur 28 Yard Linie der Braunschweiger zurücktragen. Das 17:30 erzielte erneut Runningback Larry McCoy, dieses Mal mit einem Lauf aus neun Yards Entfernung. Die New Yorker Lions setzten nun alles noch einmal auf eine Karte und marschierten in den restlichen zwei Spielminuten über das Feld. Denn Touchdown zum 24:30 aus Sicht der Löwen erzielte Jan Hilgenfeldt nach einem 28 Yard Pass von Bollmann.

Nochmals versuchten die Braunschweiger mit einem Onside-Kick in Ballbesitz zu kommen, scheiterten aber dieses Mal am konzentriert agierenden Special Team der Gastgeber.
Damit brauchten die Berlin Rebels nur noch abzuknien und konnten den für sie historischen Sieg gegen den Favoriten aus Braunschweig feiern.

Scoreboard

07:00 02 Yard TD-Lauf L. McCoy (PAT M. von Wachsmann)
07:07 34 Yard TD-Pass C. Bollmann auf E. Landi (Pat T. Goebel)
10:07 29 Yard Fieldgoal M. von Wachsmann
16:07 02 Yard TD-Lauf L. McCoy (PAT nicht gut)
24:07 95 Yard Punt Return-TD J. White (TPC. M. Wolff)
24:14 02 Yard TD-Lauf C. Smith (PAT T. Goebel)
24:17 37 Yard Fieldgoal T. Goebel
30:17 02 Yard TD-Lauf L. McCoy (PAT nicht gut)
30:24 28 Yard TD-Pass C. Bollmann auf J. Hilgenfeldt (PAT T. Goebel)

Text: Holger Fricke
Foto: Fabian Uebe / New Yorker Lions

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