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Schwäbisch Hall mit Kantersieg über Munich Cowboys

Joseph Joyner (links) machte zwei der zehn Haller TDs in München
Foto: Manfred Löffler

TSG-Footballer machen in München zehn Touchdowns und gewinnen gegen die Cowboys mit 70:5

Einem überdeutlichen 70:5-Erfolg landeten die Schwäbisch Hall Unicorns am Samstag bei den Munich Cowboys. Von ihren zehn Touchdowns erzielten die Haller sechs alleine im zweiten Viertel und führten zur Halbzeit bereits mit 56:3.

Spannende Spiele sind es, die oft den Reiz an einem Sport ausmachen. Dass die Schwäbisch Hall Unicorns das bieten können, hatten sie in den vergangenen zwei Wochen gegen Kempten und Saarbrücken hinlänglich bewiesen. Am Samstag setzten sie allerdings ihren Plan, das Auswärtsspiel bei den Munich Cowboys nicht mit nur einem Punkt Unterschied zu entscheiden, mehr als konsequent um. Beim 70:5-Kantersieg ließen sie ihren Gastgebern keine Chance. Die Fans waren dankbar dafür, denn die meisten von ihnen sollten ein paar Stunden später beim Fußball-EM-Viertelfinale zwischen Deutschland und Italien noch ausreichend Gelegenheit bekommen, ihre Nerven an diesem Tag zu strapazieren.

Dabei gestaltete sich das erste Viertel der Partie noch recht ausgeglichen, auch wenn sich hier bereits die diesjährige Cowboys-Schwäche offenbaren sollte: Es hapert bei den Münchnern am konsequenten Abschluss. So gelang es ihnen auch nach einem schnellen Drive bis zur Haller 5-Yard-Linie nicht, die durch Anthony Bilal (alle PAT durch Tim Stadelmayr) erzielte 7:0-Führung der Unicorns auszugleichen. Man musste sich mit einem Fieldgoal von Robert Werner und dem 3:7 begnügen. Auch aus einem Fumble von Bastian Ziegler im darauffolgenden Angriffszug der Unicorns wussten die Bayern kein Kapital zu schlagen.

Mehr Gelegenheiten, das Heft in die Hand zu nehmen, wurden den Cowboys von den TSGlern allerdings auch nicht zugestanden. Halls neuer Defense Tackle Marc Anthony Hor führte sich mit einem Quarterback-Sack hervorragend in der Haller Verteidigung ein und zwang München vier Minuten vor Ende des ersten Viertels zum Befreiungskick. Von nun an waren fast nur noch die Unicorns in Ballbesitz, den zunächst Patrick Donahue mit einem 48-Yard-Pass von Marco Ehrenfried zum 14:3 nutzte.

Unter den Augen von Ex-Unicorn und Neu-Receiver der Minnesota Vikings Moritz Böhringer, der ein paar Tage Heimaturlaub auch dazu nutzte, die Haller nach München zu begleiten, wechselte man die Seiten zum zweiten Spielabschnitt. Und dieser sollte zur Glanzstunde für die Haller Touchdown-Produktion werden. Immer wieder gelang es der Haller Defense, die Cowboys im Eiltempo vom Ball zu trennen. Einmal war es Bruno Michitti mit einem abgefangenen Pass und zweimal Gerhard Jäger mit eroberten Fumbles, mit denen man den Ball für Hall sicherte. Ansonsten mussten die Gastgeber wegen der sehr präsenten Unicorns-Defense den Ball immer wieder nach wenigen Versuchen per Befreiungskick abgeben.

Der Haller Offense gelang im Gegenzug das Kunststück, innerhalb der zwölf Spielminuten des zweiten Viertels sechsmal in die Cowboys-Endzone einzudringen. Anthony Bilal erhöhte mit einem kurzen Lauf auf 21:7, Dreh- und Angelpunkt bei der folgenden Touchdown-Flut war aber Halls Quarterback Marco Ehrenfried. Nicht nur, dass er zweimal Tyler Rutenbeck und einmal Joseph Joyner mit Touchdown-Pässen bediente, zweimal überquerte er die Münchner Goalline mit einem 10- und einem 25-Yard-Lauf auch selbst. So konnten die Unicorns mit einer mehr als beruhigenden 56:3-Führung in die Pause gehen.

In der zweiten Hälfte gab es für das Haller Trainerteam dann ausreichend Gelegenheit, vielen Ersatzspielern Spielpraxis zu verschaffen. So führte im dritten Viertel auch Backup-Quarterback Tyler Rutenbeck die Haller Offense an, bevor im letzten Spielabschnitt mit Frederik Miehlke der dritte Haller Spielmacher das Zepter im Unicorns-Angriff übernahm. Beiden gelangen noch Touchdown-Pässe auf Joseph Joyner und Kyle Barnett zum 70:3, bevor die Münchner dann mit Hilfe der Unicorns doch noch zu zwei Punkten kommen sollten. Eine verunglückte Ballabgabe bei einem Haller Befreiungskick aus der eigenen Endzone sorgte für einen Safety und den 70:5-Endstand.

„Es kam uns entgegen, dass München heute Besetzungsprobleme im Laufangriff hatte und wir uns stark auf ihr Passspiel konzentrieren konnten“, sagte Halls Head Coach Siegfried Gehrke nach dem Spiel. „Entscheidend war aber eine sehr gute Leistung der gesamten Mannschaft, die in der ersten Halbzeit fast jede Chance konsequent in Punkte verwandelt hat. Erfreulich ist auch, dass in der zweiten Halbzeit auch viele unserer Ersatzspieler eingesetzt werden konnten und sie gut mitgehalten haben.“

Die Punkte für Hall erzielten: Anthony Bilal (12), Tim Stadelmayr (10), Patrick Donahue (6), Marco Ehrenfried (12), Tyler Rutenbeck (12) Joseph Joyner (12) und Kyle Barnett (6).

Viertelergebnisse: 3:14 / 0:42 / 0:7 / 2:7 / Final: 5:70

Alle Punkte:
0:7 – Anthony Bilal – 2-Yard-Lauf (PAT Tim Stadelmayr)
3:7 – Robert Werner – 26-Yard-Fieldgoal
3:14 – Patrick Donahue – 48-Yard-Pass von Marco Ehrenfried (PAT Tim Stadelmayr)
3:21 – Anthony Bilal – 1-Yard-Lauf (PAT Tim Stadelmayr)
3:28 – Marco Ehrenfried – 11-Yard-Lauf (PAT Tim Stadelmayr)
3:35 – Tyler Rutenbeck – 16-Yard-Pass von Marco Ehrenfried (PAT Tim Stadelmayr)
3:42 – Joseph Joyner – 10-Yard-Pass von Marco Ehrenfried (PAT Tim Stadelmayr)
3:49 – Tyler Rutenbeck – 30-Yard-Pass von Marco Ehrenfried (PAT Tim Stadelmayr)
3:56 – Marco Ehrenfried – 25-Yard-Lauf (PAT Tim Stadelmayr)
3:63 – Joseph Joyner – 25-Yard-Pass von Tyler Rutenbeck (PAT Tim Stadelmayr)
3:70 – Kyle Barnett – 8-Yard-Pass von Frederik Miehlke (PAT Tim Stadelmayr)
5:70 – Unicorns Punt-Team – Snap durch die Endzone

Text: Axel Streich
Foto: Manfred Löffler

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