German Bowl

Unicorns unterliegen den Lions erneut

Vize-Meister 2016 - Schwäbisch Hall Unicorns
Foto: Manfred Löffler

Im German Bowl XXXVIII unterliegen die Unicorns den NewYorker Lions mit 20:31 / 800 Haller unter den 13.000 Zuschauern

Auch im dritten Anlauf hat es für die Schwäbisch Hall Unicorns am Samstag in Berlin nicht geklappt: Vor 13.000 Zuschauern gewannen die NewYorker Lions Braunschweig im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark erneut die Deutsche Meisterschaft gegen die Haller. Mit 31:20 hatten sie in einem Spannenden Spiel am Ende die Nase vorne.

Mit einem guten Gefühl waren die Unicorns nach Berlin gefahren. Nach den Meisterschaften 2011 und 2012 sowie den Vizemeistertiteln 2014 und 2015 sah man gute Chancen, im dritten Anlauf den Braunschweigern im Finale eine Niederlage beibringen zu können. Lange Zeit konnte man das Spiel auch offen und spannend gestalten. Im letzten Viertel schaffte man es aber nicht, einen knappen 20:24-Rückstand in eine Führung umzuwandeln.

Dabei hatte der Tag für die Haller Trainer bereits mit schlechten Nachrichten begonnen. Die beiden Haller Publikumslieblinge und Top-Spieler Patrick Dnoahue und Cody Pastorino meldeten sich quasi krank. Donahue mit Magen-Darm-Infekt und Pastorino mit Fieber. Beide mussten also mit etwas weniger Power als üblich in dieses wichtige Spiel gehen, in denen den Unicorns mit Tyler Rutenbeck ohnehin ein wichtiger Spieler verletzungsbedingt fehlte. Als Backup für den ebenfalls angeschlagenen Runningback Anthony Bilal hatte man kurzfristig noch Christian Rycraw aktiviert.

Dem Haller Angriff merkte man an, dass er einige Umstellungen zu verkraften hatte und das gegen eine der besten Verteidigungen der Liga. Braunschweig konnte die Haller Läufe immer sehr schnell stoppen und beim Passspiel setzten die Lions Halls Quarterback Marco Ehrenfried häufig stark unter Druck. Oft gerieten seine Pässe dann auch zu unpräzise für die immer sehr eng gedeckten Haller Passempfänger. Am besten kam damit Aurieus Adegbesan zurecht, der am Samstag mit 101 Yards Raumgewinn der beste Haller Receiver war.

Auch die Haller Defense hatte die erwartet schwere Aufgabe zu lösen. Ihr gelang das über weite Strecken sehr gut. Sie bot ihrer Offense den nötigen Rückhalt, wurde in Summe aber zu oft bei Pässen von Braunschweig auf dem falschen Fuß erwischt. Zum Auftakt sorgten die TSG-Verteidiger aber mit einem abgefangenen Lions-Pass durch Christian Köppe und einem geblockten Befreiungskick durch Gerhard Jäger dafür, dass man ohne Gegenpunkte die Seiten zum zweiten Viertel wechseln konnte.

Nun war der Braunschweiger Angriff aber nicht länger zu halten. Nach einem 34-Yard-Pass von Casey Therriault auf Evan Landi war es David McCants, der mit einem 1-Yard-Lauf zum 7:0 (PAT Tobias Göbel) die ersten Punkte in diesem Spiel erzielte. Doch Hall legte beeindruckend nach. Aus einem vierten Versuch heraus bediente Marco Ehrenfried Aurieus Adegbesan mit einem 40-Yard-Pass und kurz darauf konnte Christian Rycraw (PAT Tim Stadelmayr) zum 7:7 ausgleichen.

Bis zu Pause sollte sich dieser Ablauf noch einmal wiederholen. Braunschweig brachte sich mit einem langen Pass in Position und schloss diesmal über Christan Bollmann (PAT Göbel) zum 14:7 ab. Im Gegenzug marschierte Hall insbesondere mit Pässen auf Adegbesan in Richtung Lions-Endzone, in die dann Runningback Anthony Bilal zum 14:14 (PAT Stadelmayr) eindrang. Mit diesem Ergebnis ging es auch in die Pause.

Im Dritten Viertel gelang es den Rekordmeistern aus Braunschweig über David McCants mit 21:14 (PAT Göbel) erneut in Führung zu gehen. Nach zwei Ballbesitzwechseln ohne Punkte konnte Braunschweig Marco Ehrenfried im eigenen Backfield stoppen und ihm dabei auch den Ball abnehmen. Die Lions bekamen an der Haller 15-Yard-Linie den Ball und damit eine große Chance, den Vorsprung auszubauen. Per Göbel-Fieldgoal zum 24:14 taten sie das auch und lagen somit erstmals in der Partie mit zwei Scores vor den Unicorns. Eine Situation, die die Haller vermeiden wollten, weil man wusste, dass die erfahrenen Brauschweiger es gut verstehen, einen solchen Vorsprung über die Zeit zu bringen.

Mit zwei Fieldgoals von Thomas Rauch kam man Mitte des letzten Viertels auf 20:24 heran. Nun musste Braunschweig unbedingt ohne Punkte vom Ballbesitz getrennt werden. Die Unicorns-Defense brachte sie auch an der gegnerischen 16-Yard-Linie zu einem dritten Versuch und 15 Yards zu gehen, doch genau hier konnten die Haller den berühmten Sack nicht zumachen. Braunschweig holte sich über McCants vier neue Versuche und katapultierte sich kurz darauf mit einem 51-Yard-Pass auf Niclas Römer an die Haller 6-Yard-Linie. Evan Landi fing dann den spielentscheidenden Pass zum 31:20 (PAT Göbel). In den verbleibenden drei Minuten und 30 Sekunden gelang es den Haller nicht, die Lions noch ins Wanken zu bringen. Braunschweig holte sich insgesamt zum 11. Mal die Deutsche Meisterschaft.

„Es war das knappste von den drei Spielen“, sagte Halls Head Coach Siegfried Gehrke nach dem Spiel. „Wir waren bis auf vier Punkte an Braunschweig dran. Dann ist es uns aber nicht gelungen in der entscheidenden Situation das richtige Play zu machen.“ Er machte keinen Hehl aus der Enttäuschung über die Niederlage: „Dass es enger war ist nur wenig Trost für uns, denn wir waren schon der Meinung, dass wir das Spiel heute gewinnen können.“ Nach einer starken Saison, in der man bis zum German Bowl kein Spiel verloren hatte, ging Gehrkes Blick aber schon kurz nach dem Spiel auch gleich wieder nach vorne: „Wir bleiben dran und werden daran arbeiten, im nächsten Jahr wieder hier zu sein.“

Die Punkte für Hall erzielten: Christian Rycraw (6), Tim Stdaelmayr (2), Anthony Bilal (6) und Thomas Rauch (6).

Viertelergebnisse: 0:0 / 14:14 / 0:10 / 6:7 / Final: 20:31

Alle Punkte:
0:7 – David McCants – 1-Yard-Lauf (PAT Tobias Göbel)
7:7 – Christian Rycraw – 4-Yard-Lauf (PAT Tim Stadelmayr)
7:14 – Christian Bollmann – 16-Yard-Pass von Casey Therriault (PAT Tobias Ggöbel)
14:14 – Anthony Bilal – 17-Yard-Lauf (PAT Tim Stadelmayr)
14:21 – David McCants – 1-Yard-Lauf (PAT Tobias Göbel)
14:24 – Tobias Göbel – 27-Yard-Fieldgoal
17:24 – Thomas Rauch – 40-Yard-Fieldgoal
20:24 – Thomas Rauch – 25-Yard-Fieldgoal
20:31 – Evan Landi – 5-Yard-Pass von Casey Therriault (PAT Tobias Göbel)

Text: Axel Streich
Foto: Manfred Löffler

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