GFL

Unicorns gewinnen umkämpftes Derby

Die Unicorns-Defense um Devin Benton (links) hatte in Stuttgart alle Hände voll zu tun
Foto: Manfred Löffler

Schwäbisch Hall Unicorns gewinnen 28:19 bei den Stuttgart Scorpions / 500 Haller Fans auf der Waldau

Ein spannendes Spiel bekamen die 2.125 Zuschauer am Samstag im Stuttgarter GAZI-Stadion zu sehen. Am Ende konnten die Schwäbisch Hall Unicorns gegen die heimischen Scorpions mit 28:19 ihren neunten Saisonsieg verbuchen.

Da wurde er einmal mehr bestätigt, der Spruch von den eigenen Gesetzen, die einem Derby anhaften sollen. Die für das Gastspiel in Stuttgart hoch favorisierten und ungeschlagenen Tabellenführer aus Hall taten sich mächtig schwer gegen die derzeit am Tabellenende rangierenden Scorpions. Bis zum Ende des letzten Viertels, in dem der 28:7-Vorsprung der Unicorns noch auf 28:19 schmolz, boten die beiden Kontrahenten ein für die Zuschauer hoch attraktives Spiel.

Mit 0:31 mussten sich die Stuttgart Scorpions eine Woche zuvor im Kellerduell der GFL-Süd bei den Allgäu Comets klar geschlagen geben und sie gaben dabei kein stabiles Bild ab. Am Samstag traten sie nun unter den Augen von 500 mitgereisten Haller Fans wie verwandelt auf und setzten die Unicorns von Anfang an mächtig unter Druck.

So konnten die TSGler zwar den ersten Angriffszug mit einem 13-Yard-Pass von Marco Ehernfried auf Nate Robitaille (PAT Tim Stadelmayr) zum 7:0 abschließen, danach tat sich die Haller Offense aber schwer. Die Stuttgarter Defense zwang ihre Gäste zunächst zu einem Befreiungskick. Wenig später, als man die Seiten bereits zum zweiten Viertel gewechselt hatte, gelang den Gastgebern dann sogar der Ausgleich: Konstantin Katz fischte einen Ehrenfried-Pass aus der Luft und trug ihn über 30 Yards zum 7:7 (PAT Michael Bausch) in die Haller Endzone.

Das wirkte zunächst wie ein Weckruf für den Unicorns-Angriff. Mit Pässen auf Aurieus Adegbesan und Nate Robitaille überbrückte man schnell das Feld und schickte am Ende Jerome Manyema zum 14:7 (PAT Stadelmayr) mit dem Ball über die Goalline. Danach wechselte der Ballbesitz zwar noch dreimal per Punt, Hall setzte das Spiel dabei aber in der Stuttgarter Hälfte fest. 30 Sekunden vor dem Halbzeitpfiff war es dann Tyler Rutenbeck, der einen 20-Yard-Pass von Ehrenfried zum 21:7 (PAT Stadelmayr) fangen konnte.

Wer glaubte, dass der Stuttgarter Damm damit gebrochen war, sah sich getäuscht. Beide Offense-Formationen bissen sich im punktlosen dritten Viertel die Zähne an ihren Gegnern aus. Auf Haller Seite profilierten sich dabei besonders Nikolas Knoblauch und Simon Butsch mit Quarterback-Sacks sowie Niclas Merk. Mit einer Interception in der Haller Endzone verhinderte er einen Stuttgarter Punkterfolg.

Der Angriffsknoten platze zuerst bei den Hallern, die anfangs des letzten Viertels mit einem 19-Yard-Pass von Ehrenfried auf Robitaille den Abstand auf 28:7 (PAT Stadelmayr) vergrößern konnten. Doch Stuttgart hielt insbesondere mit ihrem an diesem Tag besten Akteur Makoa Camanse-Stevens dagegen. Immer wieder wurde er von Spielmacher Conner Sullivan in Szene gesetzt und schaffte es, zwei Touchdowns zum 19:28-Endstand zu erzielen. In den letzten Spielminuten gehörte der Ball aber den Unicorns, die die Uhr dann kontrolliert ablaufen ließen und damit den neunten Saisonsieg sicherten.

„Stuttgart trat vor den eigenen Fans hoch motiviert auf und man merkte ihnen an, dass sie die Scharte aus der Vorwoche auswetzen wollten. Wir taten uns schwer, mit dieser Intensität umzugehen“, sagte Halls Head Coach Jordan Neuman nach dem Spiel. „Die lange Pause vor diesem Spiel hat uns langfristig gut getan. Heute hat man aber gemerkt, dass wir noch nicht wieder in unserem Rhythmus sind.“

Vor den TSGlern liegt nun ein weiteres spielfreies Wochenende bevor es am 29. Juli nach München zu den Cowboys geht.

Die Punkte für Hall erzielten: Nathaniel Robitaille (12), Tim Stadelmayr (4), Jerome Manyema (6) und Tyler Rutenbeck (6).

Viertelergebnisse: 0:7 / 7:14 / 0:0 / 12:7 / Final: 19:28

Alle Punkte:
0:7 – Nathaniel Robitaille – 13-Yard-Pass von Marco Ehrenfried (PAT Tim Stadelmayr)
7:7 – Konstantin Katz – 30-Yard-Interception-Return (PAT Michael Bausch)
7:14 – Jerome Manyema – 1-Yard-Lauf (PAT Tim Stadelmayr)
7:21 – Tyler Rutenbeck – 20-Yard-Pass von Marco Ehrenfried (PAT Tim Stadelmayr)
7:28 – Nathaniel Robitaille – 19-Yard-Pass von Marco Ehrenfried (PAT Tim Stadelmayr)
13:28 – Makoa Camanse-Stevens – 10-Yard-Lauf (PAT missed)
19:28 – Makoa Camanse-Stevens – 15-Yard-Pass von Connor Sullivan (CON failed)

Text: Axel Streich
Foto: Manfred Löffler

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